Alle Artikel mit dem Schlagwort: Italien

Parmigiano Reggiano

Bei unserem Besuch in der Emilia-Romagna hat uns Enrico den Besuch in einer Käserei ermöglicht, genauer einer Käserei, die den leckeren Parmigiano Reggiano herstellt. Bedingt durch Corona sind Besuche in Lebensmittelproduktionen stark eingeschränkt, Enrico kennt die Besitzer des Familienbetriebes gut und daher öffnen sich alle Türen für uns. Wir starten mit dem Kauf im Laden und bekommen einen Überblick über die vielen unterschiedlichen Sorten, den je nach Lagerzeit erhält der Parmesan unterschiedliche Namen wie z.B. der Zusatz „nuovo“ für 12 Monate Reife, die Bezeichnungen „vecchio“ und „stravecchio“ stehen jeweils für 24 und 36 Monate Lagerung. Seit rund 800 Jahren wird der berühmte italienische Hartkäse unverändert produziert und nicht umsonst wird Parmesan in Italien auch als „König der Käse“ betitelt. Originaler Parmigiano Reggiano besteht aus exakt drei Zutaten: Rohmilch, Salz und Kälberlab. Zusatzstoffe oder die Behandlung der Käserinde sind nicht zulässig. Gestern Abend wurde die gemolkene Milch, die übrigens von glücklichen Kühen mit hohem Qualitätsmerkmal kommt, in einem großen Aufrahmbecken bis zum Morgen gelagert. Dadurch rahmt die Milch auf natürliche Weise auf und am folgenden Morgen …

Aceto Balsamico Tradizionale di Modena

Am nächsten Morgen startet unsere Foodie Tour, Enrico bringt uns zu einer Acetaia, so heißen die Essigfabriken in Italien. Naja, richtige Fabriken sind es ja nicht, sondern meistens kleine Familienbetriebe. Uns empfangen Vater und Tochter Pagani und weisen uns in die Essigkunde ein. Der Betrieb besteht seit knapp 40 Jahren erst und stellt besten Aceto Balsamico Tradizionale di Modena her. Ganz schön langer Titel, aber nur so heißt der echte Balsamicessig aus Modena und Umgebung. Nicht zu vergleichen mit dem Aceto Balsamico di Modena aus dem Supermarkt. Der traditionelle Balsamicoessig oder auch gerne das schwarze Gold genannt wird aus Traubenmost hergestellt wird, im Gegensatz zum Supermarkt-Aceto, der nur aus Weinessig hergestellt wird. Die Trauben für den Balsamico-Essig stammen von den Reben der Lambrusco- und Trebbianostöcke. Der Most wird bei ziemlich niedriger Temperatur über offener Flamme 4 Tage eingekocht, bis mindestens die Hälfte der ursprünglichen Flüssigkeit verkocht und ein Sirup entstanden ist, der schon jetzt dicker ist als der angebliche „Aceto Balsamico“ aus dem Supermarkt. Nach einer Filterung wird diesem Sirup mindestens zehn Jahre alter Balsamessig …

Emilia-Romagna

Es geht mal wieder in die Emilia-Romagna, die nicht nur durch die idyllische Hügellandschaften, schönen Strände sondern vielmehr durch die leckere Kulinarik überzeugt. Wir besuchen unsere guten Freunde Enrico und Anna, die uns herzlichst empfangen und mit uns eine kulinarische Reise unternehmen. Nicht umsonst ist die Emilia Romagna für ihre weltbekannten kulinarischen Spezialitäten bekannt, wie Ragù alla bolognese, Prosciutto di Parma, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena oder Parmigiano Reggiano. Enrico und Anna sind beide zwei Foodies, lieben leckeres und gutes Essen und bilden sich gerade zum Sommelier aus. Da sind wir natürlich richtig. Das Fleisch ist schon seit Stunden im Ofen und der Wein ist kalt gestellt. Uns erwartet ein niedergegartes und dann kurz angegrilltes wunderbar leckeres Tomahawk Steak und dazu noch herrlicher Amarone. Yummy Morgen gehts auf Foodie Tour, wir besuchen eine Acetaia und den Parmigiano Reggiano.

Siena

Das erste Mal in Siena war ich mit Amore vor genau 12 Jahren. Wir mussten tatsächlich in den alten Emails nachschauen, wann wir hier gewesen sind. Das letzte Mal mit Ulrike und Bernd, als wir mit Ryanair einen Kurztrip für 12 Euro Hin- und Rückflug in die Toskana gemacht hatten. Allerdings sind meine Erinnerungen nicht mehr allzu gut daran, schliesslich plagten mich so starke Zahnschmerzen, daß ich später eine Wurzelbehandlung über mich ergehen lassen musste. Wir sind heute auf dem Weg von der Maremma in der Toskana in Richtung Emilia Romagna und auf unserem Weg in den Norden liegt Siena perfekt auf dem Weg. Perfekt um einen Stop für einen schnellen Lunch in der wunderschönen toskanischen Stadt zu machen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich ein wenig schwierig, mit unserer Dachbox sind wir einfach zu hoch für das Parkhaus und viele Parkplätze schon belegt. Schliesslich werden wir fündig und beschliessen die Stadt zu erkunden. Mir kommt ehrlicherweise wenig bekannt vor, meine damaligen Zahnschmerzen haben wohl vieles ausgeblendet. Als wir schliesslich am zentralen Platz Piazza del Campo stehen, macht es …

Maremma

Unser nächstes Ziel ist die wilde Seite der Toskana, die „Maremma“, was soviel wie „(Land) am Meer“, also Uferregion bedeutet und wo wir einen Teil der italienischen Familie besuchen. Von unserem Urlaubsort in Griechenland sind wir gestern wieder nach Igoumenitsa gefahren, wo wir abends noch herrlich am Strand zu Abendbrot gegessen hatten und dann um Mitternacht die Fähre nach Ancona genommen haben. Die griechische Fährgesellschaft war mal wieder nicht pünktlich und wir kommen mit 2,5 Stunden Verspätung in Ancona an. Ein wenig ärgerlich, schliesslich wollen wir heute noch quer von der adriatischen Küste noch zur Mittelmeerküste fahren. Leider keine einzige Autobahn weit und breit, zweispurige Schnellstrassen sind der schnellste Weg zum Weiterkommen. Leider ist es schon dunkel als wir die Toskana durchkreuzen, das bekannte Bild von der malerischen Toskana müssen wir uns denken. Das letzte Stück (1,5h) ist einspurig und mehr als hügelig und voller Serpentinen. Das Fernlicht bleibt kontinuierlich als und obwohl uns kaum jemand begegnet, außer den wilden Tieren wie Füchsen, Mardern oder Rehen, kommen wir kaum voran. Schliesslich hört die befestigte Strasse auf. …

Bologna

Der Besuch in Bologna war definitiv nicht der Letzte. Auf unserem Weg von Rimini nach Venedig machen wir einen Stopp, damit wir in der auch la grassa („die Fette“) genannten Stadt zu Mittagessen können. Bekannt wurde Bologna wegen des gehaltvollen Essens, hier hat man das Gefühl mitten im Schlaraffenland zu sein.  Die Universitätsstadt zieht uns gleich in Ihren Bann, überall ein Trubel von Menschen, die in den Arkaden flanieren oder auf einen Espresso oder einen Snack im Freien die Herbstsonne geniessen. Die Arkaden sind echt ein Markenzeichen der Stadt, sie erstrecken sich über 38 km und wurden ursprünglich geschaffen, um der wachsenden Bevölkerung der Stadt gerecht zu werden. Der Bau der Arkaden ermöglichte es, die oberen Stockwerke auszubauen und so neuen Wohnraum zu schaffen, ohne den Handel und den Durchgangsbetrieb zu stark zu beeinträchtigen. Als Zentrum der Stadt gilt die Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen und der Basilika San Petronio. Die mächtige gotische Kirche ist die fünftgrößte der Welt; das Mittelschiff ist 40 m hoch und 20 m breit. Ursprünglich als größte Kirche der Christenheit geplant, wurde …

San Marino

In Europa gibt es nur wenige Länder, die ich noch nicht bereist habe, San Marino war eines davon. Auf unserem Rückweg aus Apulien machen wir in Rimini einen Stopp, von dort ist es keine halbe Stunde in die vermutlich älteste bestehende Republik der Welt. Die Republik San Marino, italienisch Repubblica di San Marino, trägt den Beiname La Serenissima ‚die Allerdurchlauchteste‘) und die Gründung geht angeblich bis auf das Jahr 301 zurück. Spannend, daß die Republik es in all den Jahrhunderten geschafft hat gegen die Invasoren eigenständig zu bleiben.  Schon von weiten sieht man die Enklave, die vollständig von Italien umgeben ist, auf dem nahen Hügeln tronen. Wir wollen auf den Felskamm des zum UNESCO-Welterbe gehörenden Monte Titano und die drei Festungen Guaita, Cesta und Montale besuchen.  Mit der Seilbahn geht es in wenigen Minuten in die Höhe zum Borgo Maggiore, vor dort wandeln wir durch die engen Gassen und besuchen die Festungen. Das Wetter spielt auch mit, 24 Grad, ein leichter, aber kalter Wind und die Sonne schaut auch regelmäßig hervor. Zu Mittag geniessen wir …

Gargano

Wir starten durch zum Gargano, ein nördliches Vorgebirge Apuliens an der Ostküste Italiens, der auch als der Sporn des italienischen Stiefels bezeichnet wird und tanken noch mal voll, bevor wir die Halbinsel betreten. Ein schlauer Entschluss, über zehn Cent pro Liter kostet der Treibstoff in Gargano mehr.  Wir quartieren uns im ehemaligen Fischerdorf Vieste ein, welches auf einer Felsspitze thront und  bekannt für seinen alten typisch mittelalterlich Ortskern ist. Vor den Toren des Stadtzentrumslockt der 3km lange fein goldige Sandstrand von Pizzomunno südlich von Vieste gelegen. Über Booking.com haben wir uns nach Ferienwohnungen und -häusern umgeschaut, vieles ist um die Jahreszeit Anfang Oktober schon nicht mehr verfügbar – einfach bereits winterfest. Eine Ferienwohnung direkt in Strandnähe und mit Meerblick sagte uns zu, ein direkter Anruf beim Besitzer und wir konnten die Zweizimmer-Ferienwohnung für 50 € die Nacht mieten. Wir werden herzlich empfangen und stellen fest, daß die Wohnung zu einer Ferienanlage gehört, aber neben uns gibt es nur noch ein anderes Paar, welches den Spätsommer hier ausklingen läßt. Ruhe pur, aber alles da, sogar nen Spielplatz und ne Waschmaschine.  Die …

Castel del Monte

Wir besuchen das nächste UNESCO Weltkulturerbe, das Castel del Monte (ursprünglich castrum Sancta Maria de Monte), eine Burg, die wie eine steinerne Krone auf einem Hügel in 540 Meter Höhe in der westlichen Murge-Hochebene in Apulien thront.  Das imposante Bauwerk aus der Zeit des Stauferkaisers Friedrich II., der nicht nur Deutscher König, römischer Kaiser, König von Jerusalem war, sondern auch schon als 3-Jähriger in Palermo zum König über Sizilien gekrönt wurde, wurde von 1240 bis um 1250 errichtet, wahrscheinlich aber nie ganz vollendet.  Von welcher Seite man sich Castel del Monte auch nähert, der mächtige vollkommen systemetrische, achteckige Bau mit einen Kranz von ebenfalls achteckigen Türmen erscheint immer gleich. Wir gehen den offiziellen Weg und sind dankbar, daß wir in der Nebensaison da sind, so können wir bis zum Ende der Strasse fahren und dann elegant parkieren.  Von außen wirklich imposant und beeindruckend, der Architekt mußte über bemerkenswerte mathematische Kenntnisse verfügt haben. Die Innenräume sind hingegen kahl und kalt, liegt daran, dass die ursprüngliche Marmorverkleidung der Wände und die gesamte Inneneinrichtung im 16. Jahrhundert entfernt wurde. Rätselhaft …

Nonna Ida und die Orecchiette

Jetzt wird es kulinarisch, wir lernen heute die Kunst der Pasta Herstellung. Nonna Irma, 75 Jahre alt, bringt uns bei wie die Orecchiette hergestellt werden. Die Orecchiette sind eine Pasta-Art, die hier aus der Region stammt und ausschaut wie ein Öhrchen. Man nennt sie daher auch Orecchiette pugliesi. Sie sind eigentlich das Symbol der Stadt Bari, werden jedoch in allen Teilen Apuliens verzehrt und sind wie ein Nationalgericht. Die Orecchiette werden aus semola di grano duro (Hartweizengrieß) hergestellt und sind hutförmig, 2 bis 3 Zentimeter im Durchmesser und haben einen verdickten umlaufenden Rand und eine leicht gerunzelte Oberfläche. Ganz geduldig erklärt uns Nonna Ida, wie der Teig gemixt wird und welche Konsistenz dieser haben muss. Dann wird es kompliziert, nur mit einem Messer erhält die Pasta ihre Form. Die Nonna produziert in atemberaubender Geschwindigkeit die Orecchiette, während wir uns langsam mit der Technik vertraut machen. Letztendlich ist der Teig verarbeitet, die Pasta gekocht und mit leckeren Sugo (Tomatensauce) sowie allerlei Leckereien wie Oliven in unterschiedlichen Variationen genießen wir ein wunderbares Abendessen. Danke Nonna Ida.