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Farewell VW Golf V

Fast genau 13 Jahre oder 4.748 Tage warst Du unser treuer Begleiter, egal ob auf unseren Reisen nach Frankreich, Italien, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz oder immer in der Stadt, wo wir gerade gelebt haben. Wer hätte damals gedacht, wie lange wir uns gemeinsam die Treue halten. Heute nun haben sich unsere Wege getrennt, unser silberner VW Golf V und wir.

Bis auf unseren Italien Urlaub, wo wir fünfmal in der Werkstatt gewesen sind (Steuerkette und Klimaanlage), und auf wenige Ausnahmen, wo die Batterie tiefen entleert haben(Licht an oder nicht gefahren), hatten wir nie Probleme gehabt und konnten uns auf den Golf als treuen Begleiter verlassen. Allerdings kriegte unsere Beziehung erste Risse, mit zwei Kindern wollten wir auf längeren Reisen nicht liegen bleiben und seit Herbst letzten Jahres haben wir nun ein neues Familienauto und haben während der Pandemie festgestellt, daß zwei Autos auf Dauer eines zuviel sind.

Der Golf V und der Neue

Bereits im Winter 2021 hab ich probiert den Golf V zu verkaufen, leider dank Omikron nicht so wie gewollt. Probefahrten mit fremden Leuten auf engstem Raum und dann wilde „Was ist letzte Preis“ Diskussionen kamen für mich nicht in Frage.

Angebot von Mobile.de (November 2021)

Ich hab daher von Mobile.de und Autoscout24 den Wagen mal online bewerten lassen und erhalte als Ankaufspreis von Mobile.de den Wert von 3.200 € bzw. Autoscout24 3.631 € – 4.510 € – interessante Werte. Aber ehrlich finde ich keinen Golf im vergleichbaren Zustand auf den Fahrzeugbörsen, der für über 3.200 € angeboten wird.

Angebot von autoscout24.de (November 2021)

Leider eher Fakeangebote, der vorgeschlagene Händler am Ostbahnhof bietet, wenn überhaupt 1.600 €, weil der Wagen u.a. einen Hagelschaden hätte. Ja Schrammen und kleine Beulen hat das Auto, aber im Rahmen. Zu dem Preis kommen wir nicht zusammen. Ich warte daher Weihnachten ab. hoffe Corona zieht sich zurück und ein Privatverkauf in Frage kommt. Der Frühling zieht ins Land, die Motivation den Wagen zu verkaufen kommt immer noch nicht auf. Sandra von mobile.de nervt mich dafür aber täglich, ob ich nicht doch noch mal mein Glück probieren will.

Reminder von Sandra von mobile.de

Die Kosten fangen nun langsam an sich zu summieren, erst der Sahara Sturm, der den Wagen in eine rote Sandschicht hüllte und den Weg in die Waschanlage nötig machte, dann entleerte sich mal wieder die Batterie und der ADAC musste Starthilfe leisten und der Jahres-Parkausweis vor der Tür ist angelaufen. Kurzum der Wagen wird einfach nicht genutzt und verursacht Kosten.

Also starte ich im Mai einen neuen Versuch und nachdem wir einen Fernsehbericht über Online-Ankaufsfirmen gesehen haben, probiere ich mehrere von Ihnen aus. Tatsächlich ist die aktuelle Situation eher positiv für mich, da es einen Verkäufermarkt gibt, die Preise für Gebrauchtwagen sind in den letzten Monaten explodiert, leider nur nicht so stark für so alte Wagen wie den Golf. Neben dem eher aufwendigen Privatverkauf, mittels Inseraten, geht das natürlich auch beim Händler, stationär oder online. Halten die Preisversprechen ihr Wort? Ich teste daher noch mal mobile.de, wirkaufendeinauto.de und die huk-autowelt.de.

Angebot von Mobile.de (Mai 2022)

Mobile.de hat das Angebot mittlerweile erhöht auf 3.600 €, der Besuch bei einer anderen Mobile.de Station als im Winter ist wieder mal ernüchternd, erneut werden 1.600 € geboten und etliche „Schäden“ moniert. Angeblich wäre die Heckklappe gespachtelt worden, aber wir hatten da nie einen Unfall. Aha. Der Sachverständige von der HUK, bei dem ich auch war, hatte mich schon vor solchen Aktionen gewarnt. Wohl typisch in der Branche, angebliche Mängel drücken den Preis.

1. Angebot von wirkaufendeinauto.de (Mai 2022)

WirKaufenDeinAuto.de bietet nach der Online Bewertung ziemlich sichere 2.337 € und der Ankäufer bewertet das Auto im Gegensatz zu den anderen Ankäufern ohne den Kunden alleine, Auto kommt auf die Hebebühne, wird Probe gefahren und online nochmal bewertet und was soll man sagen, am Ende kommt die Bewertung per Email und die steigt sogar um 39 €. Wieso, warum, etc? Keine Ahnung, der Kontakt zum Ankäufer war sehr kalt, kurz und nicht vorhanden, ein Gespräch kaum möglich. Ich hab nun 7 Tage Zeit das Angebot anzunehmen. Aber immerhin gehts in die richtige Richtung.

2. Angebot von wirkaufendeinauto.de (Mai 2022)

Womit man bei den Onlineankäufern einfach rechnen muss, ist dass die Portale Dich zu spammen, hier ein Auszug der wirkaufendeinauto-Emails innerhalb von 6 Tagen. Spannend war, daß ich regelmäßig Emails zu beiden Angeboten (2.337 € und 2.376 €) bekommen habe.

Am Besten und seriösesten kam dann das Angebot meiner KFZ Versicherung daher. Die HUK24 mailte mich im Februar mal an, ob ich meiner Versicherung den Golf verkaufen wollte. Ich war ein wenig irritiert, was wollen die mit meinem Auto und hab dann mal einen Termin zur Bewertung gemacht. Im Münchner Westen wurde dann das Auto von einem Sachverständigen auf Herz und Nieren geprüft, fotografiert und beschrieben und dann auf eine große europäische Auktionsbörse hochgeladen. Dort bieten dann viele Händler innerhalb von 10min anonym auf mein Auto und der höchste Anbieter bekommt den Zuschlag, nachverhandeln unmöglich, aber das Angebot ist ebenso 7 Tage gültig und kann jederzeit angenommen werden.

Tja und was soll ich sagen, einfach seriöse freundliche Beratung, kein Gefeilsche, klare Kommunikation und in der Email von der HUK24 wird mir das Angebot bestätigt: 2.695 €, ganze 319 € über dem Höchstgebot. Und oh wunder, kein Hagelschaden oder defekte Heckklappe vom Sachverständigen erkennbar. Und das Beste einfach ein gutes Gefühl. Wäre mehr drin gewesen? Bestimmt, aber ganz ehrlich den Stress mit dem eher aufwendigen Privatverkauf mittels Inseraten, Probefahrten und Gefeilsche hab ich elegant umgangen.

Ein letzter Blick, ein letzter Wink und dann trennen sich unsere Wege. Der Himmel weint. Farewell.

Parmigiano Reggiano

Bei unserem Besuch in der Emilia-Romagna hat uns Enrico den Besuch in einer Käserei ermöglicht, genauer einer Käserei, die den leckeren Parmigiano Reggiano herstellt. Bedingt durch Corona sind Besuche in Lebensmittelproduktionen stark eingeschränkt, Enrico kennt die Besitzer des Familienbetriebes gut und daher öffnen sich alle Türen für uns.

Wir starten mit dem Kauf im Laden und bekommen einen Überblick über die vielen unterschiedlichen Sorten, den je nach Lagerzeit erhält der Parmesan unterschiedliche Namen wie z.B. der Zusatz „nuovo“ für 12 Monate Reife, die Bezeichnungen „vecchio“ und „stravecchio“ stehen jeweils für 24 und 36 Monate Lagerung.

Lecker

Seit rund 800 Jahren wird der berühmte italienische Hartkäse unverändert produziert und nicht umsonst wird Parmesan in Italien auch als „König der Käse“ betitelt. Originaler Parmigiano Reggiano besteht aus exakt drei Zutaten: Rohmilch, Salz und Kälberlab. Zusatzstoffe oder die Behandlung der Käserinde sind nicht zulässig.

Der Milchwagen

Gestern Abend wurde die gemolkene Milch, die übrigens von glücklichen Kühen mit hohem Qualitätsmerkmal kommt, in einem großen Aufrahmbecken bis zum Morgen gelagert. Dadurch rahmt die Milch auf natürliche Weise auf und am folgenden Morgen kann diese Rahmschicht abgeschöpft werden und man erhält entrahmtes Milchprodukt.

Den Käse schöpfen

Es wird Vollmilch vom morgen hinzugefügt und die Milch langsam erwärmt und Restmolke vom Vortag hinzugefügt und schliesslich durch die Zugabe von dem natürlichen Enzym Lab wird die Gerinnung eingeleitet. Alles in mühevoller Kleinarbeit…

Die Tagesproduktion noch mit einem großen Stein bedeckt, damit die Flüssigkeit raustropft

Mit dem Spino wird die geronnene Milch dann umgerührt und in kleine Teile zerteilt und weiter leicht erhitzt, um das Wasser verdampfen zu lassen. Die Käsemasse sinkt dann langsam auf den Kesselboden und kann mit großen Tüchern herausgehoben werden und wird in 2 Hälften geteilt und in die dafür vorgesehenen Formen (fascera) gegeben.

Fascera

Die tägliche Milchproduktion reicht aktuell nur für 17 runde Laibe, die dann für 3 Wochen in einer gesättigten Salzlake lagern und regelmäßig mit Salzlauge abgeschrubbt werden.

Die Salzbäder

Während der Lagerung nimmt der Käse die nötige Salzmenge für Geschmack und lange Lagerfähigkeit auf, wobei die Konservierung im Vordergrund steht. Im nächsten Raum reift der Käse für mindestens 12 Monate und wird gehegt und gepflegt, die Laibe – auch Räder genannt – werden gedreht und gewendet, gesäubert und kontrolliert, vieles automatisiert. Auch Röntgenstrahlung ist Einsatz und es wird geprüft, ob die Laibe einwandfrei sind also ohne Löcher sind und zusätzlich prüfen Kontrolleure den gutem Geruch und den Klang beim Abklopfen. Daher gibt es auch Käse 1. und 2. Klasse.

X steht für gute Qualität

Doppelt XX steht hier zum Beispiel für Premiumqualität und diese erhalten das Qualitätssiegel „Parmigiano-Reggiano“ vom Consorzio. Dem Käse, der die Qualitätskriterien nicht einhalten kann, wird die äußerliche Bedruckung Parmigiano Reggiano entzogen und der Rand wird geriffelt. Dann wird er meist zu Reibekäse verarbeitet.

Dieser Käse ist kein Parmigiano-Reggiano mehr

Im Hochregallager nehmen wir erstmal die Maske ab und atmen den leckeren Käseduft tief ein, außer Filia1, die sofort wieder raus will und den Geruch nicht gerne mag. Schon sehr beeindruckend zwischen 18.000 Rädern – meist um die 41 kg schwer – stehen zu dürfen, rechnet man mit einem Laibpreis von 500-1000 Euro liegt hier schon über eine Million beisammen. Wir sind so angefixt, daß wir noch mal eine ordentliche Menge für die Rückreise einkaufen.

Käseräder ohne Ende

Aceto Balsamico Tradizionale di Modena

Am nächsten Morgen startet unsere Foodie Tour, Enrico bringt uns zu einer Acetaia, so heißen die Essigfabriken in Italien. Naja, richtige Fabriken sind es ja nicht, sondern meistens kleine Familienbetriebe. Uns empfangen Vater und Tochter Pagani und weisen uns in die Essigkunde ein.

Der Betrieb besteht seit knapp 40 Jahren erst und stellt besten Aceto Balsamico Tradizionale di Modena her. Ganz schön langer Titel, aber nur so heißt der echte Balsamicessig aus Modena und Umgebung. Nicht zu vergleichen mit dem Aceto Balsamico di Modena aus dem Supermarkt.

Der traditionelle Balsamicoessig oder auch gerne das schwarze Gold genannt wird aus Traubenmost hergestellt wird, im Gegensatz zum Supermarkt-Aceto, der nur aus Weinessig hergestellt wird. Die Trauben für den Balsamico-Essig stammen von den Reben der Lambrusco- und Trebbianostöcke. Der Most wird bei ziemlich niedriger Temperatur über offener Flamme 4 Tage eingekocht, bis mindestens die Hälfte der ursprünglichen Flüssigkeit verkocht und ein Sirup entstanden ist, der schon jetzt dicker ist als der angebliche „Aceto Balsamico“ aus dem Supermarkt. Nach einer Filterung wird diesem Sirup mindestens zehn Jahre alter Balsamessig und 10 % frischer Wein zugefügt. Diese Flüssigkeit kommt in das erste, große Holzfass.

Der Traubenmost

Anschließend wird das Erzeugnis jeweils über mehrere Jahre in verschiedenen Holzfässern gelagert und der Essig wird durch Verdunstung des Wassers im Holzfass konzentrierter. Je älter der Essig, desto dickflüssiger wird er. Die verschiedenen Holzarten und die Fermentation verleihen dem Balsamico seinen eigentümlichen Geschmack und seine Farbe. Die Reihenfolge der Holzarten (Eiche, Edelkastanie, Vogel-Kirsche, Esche und Maulbeere) spielt dabei eine wichtige Rolle und gibt dem Essig zusätzliche Aromen. Alle Fässer sind offen und mit Tüchern bedeckt, damit stets Luft in den Fässern bleibt.

Aceto in unterschiedlich großen Fässern mit Abdeckung zum Atmen

Die Fässer werden traditionell auf den Dachböden der alten Häuser gelagert und dabei starken Temperaturschwankungen ausgesetzt: Die große Hitze im Sommer sorgt für die weitere Reduzierung, und die Kälte im Winter fallen Trübstoffe aus. Die Fenster sind stets geöffnet, so dass die frische Luft vom Secchio durch die Räume wehen kann und die Verdunstung angeregt wird.

Jedes Jahr wird dem jüngeren ein Anteil des älteren Essigs hinzugefügt. Aufgrund dieser Rezirkulierung und der jahrelangen Eindickung bleibt am Ende nur noch eine relativ kleine Menge (je länger die Lagerungsdauer, desto kleiner die Menge) übrig. Dadurch braucht man immer kleinere Fässer, die übrigens Batteria genannt werden. So entsteht der Essig über viele, viele Jahre aus einer Mischung der unterschiedlichen Jahrgänge. Das ist ein Grund, warum kein Alter auf den Essigflaschen stehen darf.

Batteria

Wir probieren uns durch und freuen uns ein kleines Sortiment demnächst auch in unserer Küche stehen zu haben.

Der jüngste und günstigeste Aceto

Emilia-Romagna

Es geht mal wieder in die Emilia-Romagna, die nicht nur durch die idyllische Hügellandschaften, schönen Strände sondern vielmehr durch die leckere Kulinarik überzeugt. Wir besuchen unsere guten Freunde Enrico und Anna, die uns herzlichst empfangen und mit uns eine kulinarische Reise unternehmen.

Nicht umsonst ist die Emilia Romagna für ihre weltbekannten kulinarischen Spezialitäten bekannt, wie Ragù alla bolognese, Prosciutto di Parma, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena oder Parmigiano Reggiano.

Enrico und Anna sind beide zwei Foodies, lieben leckeres und gutes Essen und bilden sich gerade zum Sommelier aus. Da sind wir natürlich richtig. Das Fleisch ist schon seit Stunden im Ofen und der Wein ist kalt gestellt. Uns erwartet ein niedergegartes und dann kurz angegrilltes wunderbar leckeres Tomahawk Steak und dazu noch herrlicher Amarone. Yummy

Morgen gehts auf Foodie Tour, wir besuchen eine Acetaia und den Parmigiano Reggiano.

Siena

Das erste Mal in Siena war ich mit Amore vor genau 12 Jahren. Wir mussten tatsächlich in den alten Emails nachschauen, wann wir hier gewesen sind. Das letzte Mal mit Ulrike und Bernd, als wir mit Ryanair einen Kurztrip für 12 Euro Hin- und Rückflug in die Toskana gemacht hatten. Allerdings sind meine Erinnerungen nicht mehr allzu gut daran, schliesslich plagten mich so starke Zahnschmerzen, daß ich später eine Wurzelbehandlung über mich ergehen lassen musste.

Torre del Mangia

Wir sind heute auf dem Weg von der Maremma in der Toskana in Richtung Emilia Romagna und auf unserem Weg in den Norden liegt Siena perfekt auf dem Weg. Perfekt um einen Stop für einen schnellen Lunch in der wunderschönen toskanischen Stadt zu machen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich ein wenig schwierig, mit unserer Dachbox sind wir einfach zu hoch für das Parkhaus und viele Parkplätze schon belegt.

Gasse

Schliesslich werden wir fündig und beschliessen die Stadt zu erkunden. Mir kommt ehrlicherweise wenig bekannt vor, meine damaligen Zahnschmerzen haben wohl vieles ausgeblendet. Als wir schliesslich am zentralen Platz Piazza del Campo stehen, macht es dann doch Klick und ich erinnere mich an unseren damaligen Ausflug.

Piazza del Campo

Der Platz ist bekannt für den Palio di Siena, ein Pferderennen, welches hier seit dem Mittelalter zweimal jährlich ausgetragen wird. Wir nehmen Platz und nehmen ein schnelles Mittagessen, besuchen kurz den Dom und schlendern beim verdienten Gelato durch die Gassen zurück zum Auto. Ein kurzer Ausflug eben.

Il Duomo

Maremma

Unser nächstes Ziel ist die wilde Seite der Toskana, die „Maremma“, was soviel wie „(Land) am Meer“, also Uferregion bedeutet und wo wir einen Teil der italienischen Familie besuchen.

Von unserem Urlaubsort in Griechenland sind wir gestern wieder nach Igoumenitsa gefahren, wo wir abends noch herrlich am Strand zu Abendbrot gegessen hatten und dann um Mitternacht die Fähre nach Ancona genommen haben. Die griechische Fährgesellschaft war mal wieder nicht pünktlich und wir kommen mit 2,5 Stunden Verspätung in Ancona an. Ein wenig ärgerlich, schliesslich wollen wir heute noch quer von der adriatischen Küste noch zur Mittelmeerküste fahren.

Leider keine einzige Autobahn weit und breit, zweispurige Schnellstrassen sind der schnellste Weg zum Weiterkommen. Leider ist es schon dunkel als wir die Toskana durchkreuzen, das bekannte Bild von der malerischen Toskana müssen wir uns denken. Das letzte Stück (1,5h) ist einspurig und mehr als hügelig und voller Serpentinen. Das Fernlicht bleibt kontinuierlich als und obwohl uns kaum jemand begegnet, außer den wilden Tieren wie Füchsen, Mardern oder Rehen, kommen wir kaum voran.

Buddha and the sun

Schliesslich hört die befestigte Strasse auf. Es ist Neumond, man sieht nicht wirklich weit und wir fahren in ein dunkles Loch, nur die Scheinwerfer zeigen den Weg. Plötzlich lautes Kläffen von mehreren Hunden, dann erfassen die Scheinwerfer eine riesige Schafsherde, die neben steht.

Fiorentina

Dann sind wir am Ziel, das wunderschöne Podere (Landgut) von Ivan und Luica, die wir endlich wieder besuchen. Die beiden haben sich hier zur Ruhe gesetzt und geniessen umgeben von Olivenhainen und Weinbergen die Ruhe und Entspannung. Nicht nur die beiden und der Freund Mirco begrüßen uns herzlich, sondern auch die vier aufgeregten Hunde. Ein lustiges Wiedersehen, welches wir auf der Terrasse gleich mit einem köstlichen Begrüßungswein begiessen – ein wenig länger als geplant – bis halb drei Uhr nachts.

Am nächsten Morgen wird uns dann erst bewußt, an welch wunderbaren Ort wir uns gerade befinden. Nicht nur das Anwesen, ein ehemals bäuerliches Gehöft aus dem 18. Jh., welches sorgfältig restauriert wurde, ist wunderschön, sondern auch der herrliche Ausblick über die sanften Hügel, Weinberge, Olivenhaine, Schaf- und Rinderherden, kleineren Dörfern am Horizont bis hin zum Mittelmeer und der Insel Elba.

Fiorentina in the making

Der nächste Nachbar ist weit entfernt und es ist ein Ort der absoluten Ruhe. Wir geniessen ein Bad im Pool, die Ruhe, viele Gespräche und ein leckeres Abendessen mit einem riesigen Stück Fiorentina. Schade, daß wir nur zwei Nächte bleiben können, aber wir kommen wieder.

Ikos Olivia

Zum Ende unseres Griechenlandtrips gönnen wir uns noch fünf Tage Luxus. Uns wurde das 5 Sterne Luxusresort Ikos Olivia empfohlen, welches 2021 zur Nummer 1 der 25 besten All-Inclusive-Resorts der Welt von TripAdvisor gekrönt wurde. Zum vierten Mal in Folge unter den Top3. Mein ehemaliger Kollege Michi war schon hier und schwärmte immer in höchsten Tönen. Also dann probieren wir es mal aus.

Mittags im Ouzo Restaurant am Strand

Als ehemaliger Gast (mehrmals als Teenager) aber auch Animateur kenne ich Ferienclubs und Allinclusive Anlagen zur Genüge und bin wahrlich nicht der größte Fan klassischer All Inclusive Hotels, in denen Plastikbecher, Trinkgelage, schmierige Zapfanlagen, Restaurants mit Kantinen-Flair und mittelmäßigen Buffets eher die Regel als die Ausnahme darstellen. Ikos geht einen anderen Weg, hier gibt es ein Fünf-Sterne-Niveau unter dem Motto “Infinite Lifestyle”. Dazu gehören unter anderem à la carte-Menüs, die von Sterne-Köchen kreiert werden und 300 lokale und internationale Weine stehen bereit. Von der eigenen Minibar, über köstliches Essen, bis hin zu jedem Getränk verschiedenster Marken: Alles ist im Pauschalpreis komplett inbegriffen.

Desert

Dank Michis Empfehlung haben wir schon für jeden Abend in einem der vier A-la-Carte-Restaurants reserviert, spontan was zu bekommen ist fast unmöglich und wir genießen die griechische, italienische, französische oder die asiatische Küche, deren Speisen von Michelin Sterneköchen kreiert wurden. Auch das Buffetrestaurant wartet mit einer Auswahl an mediterranen qualitativ hochwertigen Köstlichkeiten auf.

Hauptgebäude und Mainpool

Das graue Hauptgebäude des Resorts wird vermutlich keinen Architekturpreis gewinnen, doch das ist eher nebensächlich, wir haben eine Juniorsuite mit Panorama Meerblick gebucht und haben ausreichend Platz. Auch wenn das Hauptgebäude eher ein Klotz ist, zeigt sich der wahre Charme im weitläufigen Areal. Ein Netz an Wegen schlängelt sich durch die üppig-grüne Gartenanlage mit vielen alten Olivenbäumen, der Duft von Blumen wie Lavendel und Pinien liegt in der Luft.

Der Park

Der Check Inn ist nicht so einfach, erstmal müssen wir die Schranke und den Wachmann und überwinden, der bereits im Auto in unsere Temperatur misst, dann parken wir kurz und entladen und werden gleich mit dem Golfcar zum Doktor gebracht, der sofort einen Schnelltest durchführt. Das Ergebnis wird uns auch offiziell per Email mitgeteilt. Man liegt sehr viel Wert auf COVID Sicherheit. Wir sind negativ und dürfen uns nun ohne Maske auf dem Gelände aufhalten und dann geht’s an die Rezeption. Ehrlicherweise anfangs etwas befremdlich, aber da ja aus unterschiedlichsten Regionen die Gäste kommen nicht verkehrt.

Es gibt unzählige elegant gestaltete Poolanlagen, unser Lieblings ist der Beachpool mit drei großen Becken. Zwei sind alleine ein Paradies für die Bambini, da beheizt, 40cm tief und mit unzähligen Wasserspielen und -spielzeug sogar mit eigener Rutsche. Die Mädels sind fast gar nicht aus dem Wasser zu bekommen und der nahe Strand kann nur mit größter Überzeugung besucht werden, ist ehrlicherweise auch nicht so schön wie die, die wir auf Sithonia schon besucht haben.

Der Strand

Das Personal ist wirklich sehr freundlich, gut geschult, hilfsbereit und liest einen jeden Wunsch von den Lippen ab. Der große Nachteil ist, dass man bei den ganzen Angeboten egal ob sportlich (wir machen Aquafit, Kayak oder Trettbootfahren), kulinarisch oder kulturell (dank der vielen Livemusik und abendlichen Shows) das Resort nicht mehr verlassen möchte. Gott sei Dank haben wir unseren Abenteuer und Entdecker Drang schon vorher gestillt, so konzentrieren wir uns auf den Aufenthalt und genießen.

Beach Pool

Das gesamte Resort umgibt eine gelungene Mischung aus subtiler Eleganz und mediterraner Wohlfühl-Atmosphäre und das Ikos Olivia setzt im Bereich der All Inclusive Hotellerie definitiv Maßstäbe! Kann man also mal machen…

Einmal um Sithonia

Heute sind wir Abenteurer und Entdecker, wir wollen die Halbinsel Sithonia erkunden und nehmen die gut ausgebaute Ringstrasse, die rund um das bergige und weitgehend unbesiedelte Innere der Sithonia verläuft.

Beim Bäcker kaufen wir Frühstück und Cappuccini und fahren zum ersten Strand für heute: Trani Ammouda. Ganz allein am Strand genießen wir unser Frühstück und die Wärme der Sonne. Auf der Suche nach eindrucksvollen Ausblicken auf schöne Buchten und das kristallklare, türkis-grün schimmernde Meer folgen wir der kurvenreichen Ringstrasse mit ihren vielen Steigungen, vorbei an steil zum Meer hinabfallenden Felswänden und Pinenwäldern.

Fava Beach

Das nächste Ziel ist Vourvourou, geprägt von Lagunen, kleinen Inselchen und sandigen Landzungen. Wir verlassen die Ringstraße und fahren langsam Richtung Meer und stoppen am Fava Beach. Ein sehr schöner Strand mit flach abfallendem Ufer ins türkise Wasser und wir sind fast allein. Zwar sind wir ohne Sonnenschirm unterwegs, aber unser Strandzelt bietet genügend Schatten für den Mittagsschlaf von Filia2.

Unser Strand – bis mittags noch leer

Der Strand ist nun gut gefüllt und nicht mehr so idyllisch als wir ihn morgens alleine für uns hatten. Wir steigen zurück in unserem Audi, weiter Richtung Süden. Nun auf der Suche nach dem Portokali Beach (Orange Beach), den wohl berühmtesten Strand auf der Sithonia. Gar nicht so einfach den Weg zu finden, zwischen den Nadelwäldern geht ein Sandweg ab, ein kleines Holzschild weist den Weg. Gut dass wir mit dem Q3 und den 20 Zoll Reifen unterwegs sind, da macht die Erkundung richtig Spaß.

Portokali Beach

Ein wunderschöner Strand erwartet uns, nur leider nicht sehr groß. Zwischen Felsen und Sanddünen gibt es hier wieder glasklares türkises Wasser und einen guten Einstieg ins Meer. Wir hatten gehofft die kleine Taverne, über die wir in einem Podcast gehört hatten, wäre noch da, leider ist das nicht der Fall. Wir haben Hunger und daher bleiben wir nur kurz.

Portokali Beach

Von hier – also der Ostküste aus – hat man stets einen guten Blick auf die Mönchsrepublik Athos, die größtenteils nur männlichen Pilgern Zutritt gewährt. Den Berg Athos kann man bei klarer Sicht dennoch wunderbar aus der Ferne bestaunen.

Berg Athos

Je weiter wir in den Süden kommen, umso weniger touristisch wird es. Amore hat uns eine Taverne im Naturhafen von Porto Koufo rausgesucht, die Bucht ist nahezu vollständig von grünen Hügeln eingerahmt. Dadurch schwappt kaum eine Welle herein, das Wasser ist ruhig und man merkt nicht dass man am Meer wäre. Allerdings haben auch große bunte Quallen den Hafen entdeckt und lassen sich im Wasser treiben. An der Hafenpromenade werben drei Tavernen um Kundschaft und es riecht überall wunderbar nach leckerem Essen. Wir kehren ein und lassen es uns schmecken.

Frisch gestärkt und nach einem kurzen Besuch des nahen Spielplatzes bewegen wir uns wieder Richtung Norden. Natürlich nicht ohne einen letzten Stopp: Toroni ist besonders bekannt für seinen goldgelben Sandstrand. Wobei der Sand nicht fein, sondern grobkörniger ist, aber trotzdem rund und nicht kantig.

Blick auf Kassandra

In der Monte Cristo Beach Bar geniessen wir die goldene Stunde, bei einem Sundowner und kleinem Snack springen wir ins warme Wasser (25 Grad), lassen uns von der warmen Sonne trocken, hören der Chillmusik der Beachbar zu und blicken auf den roten Sonnenuntergang über der Halbinsel Kassandra. Im Dunkeln kehren wir dann nach Hause zurück, viel erlebt haben wir heute bei unserem Trip und fallen schnell in einen tiefen Schlaf.

Beach bar

Urlaubslektüre

Endlich hab ich mal wieder Zeit zum Lesen gehabt und wieder gemerkt, dass ich einfach zu wenig lese…

  • Die Akte Adenauer (Ralf Langroth)
  • Kein Espresso für Commissario Luciani (Claudio Paglieri)
  • Das Mädchen aus Brooklyn (Guillaume Musso)
  • Building better business using the Lego Serious Play Method (Kristiansen / Rasmussen)
  • Todesurteil (Andreas Gruber)
  • Der Sommer deines Todes (Kate Pepper)

Chalkidiki

Unser nächstes Reiseziel ist die griechische Halbinsel Chalkidiki mit ihren drei Fingern und je nachdem, auf welchem Finger der Halbinsel man sich befindet, kann man in der Ferne den anderen Finger sehen und vielleicht sogar den 2.000m hohen Berg Athos.

Wir starten auf dem zweiten Finger: Sithonia. In Nikiti haben wir bei Angeliki ein schönes Maisonette Apartment am Strand gebucht, mit großer Terrasse, direktem Meerblick sowie nächtlichen Meeresrauschen und 10m vom Strand entfernt – übrigens mit eigenen Liegen. Hier kann man den Sonnenuntergang von der Küste der Halbinsel Kassandras bis hin zur Spitze des Berges Olymp genießen.

Sonnenuntergang von der Terrasse

Angeliki begrüßt und empfängt uns herzlich und zeigt uns unsere Unterkunft für die nächsten fünf Nächte. Gerade ist ihre italienische Familie aus Triest zu Besuch und es herrscht ein buntes italienisches Treiben. Unsere Bambini freunden sich gleich mit den italienischen Kids an, spielen wild im Garten und suchen die kleinen Babykätzchen, Filia1 immer mit der Kamera in der Hand, um die Katzen zu fotografieren.

Die Taverne Arsanas liegt direkt neben uns und zweimal genießen wir unterschiedliche griechische Gerichte direkt auf dem Strand und trinken gutem Wein. Besonders lecker waren die Ceviche, Dakos, Salate oder die frittierten Calamari.

Dinner at the beach

Der Wein hat uns besonders gut gefallen und am einzigen Regentag, an dem Papa arbeiten und an einem virtuellen Workshop teilnimmt (perfektes Timing), nutzen die drei Mädels die Chance und fahren durch den griechischen Regen in die Weinberge.

Der Regen prasselt heftig auf die Windschutzscheibe und die Scheibenwischer passen sich dem Regen automatisch an. Ganz ungewohnt für Amore, unser alter Golf hatte diesen Luxus nicht. Auf und ab gehts Richtung Weingut, dort angekommen nimmt sich der Winzer Zeit und stellt seine kleine und feine Weinkollektion vor. Obwohl wir nur Weißwein wollten, schenkt er uns je eine Flasche Rosé und Rotwein zum probieren.

Akrathos Wein

Übrigens nicht die einzige kulinarische Spezialität, Olivenöl gehört natürlich auch dazu und es wohnen hier viele unzählige Bienenvölker, die überall am Wegesrand in bunten Holzkästen wohnen und den kräftig schmeckenden Pinienhonig produzieren.

Bienenhäuser