Europa, Griechenland
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Anek

Vor fünfzehn Monaten wollten wir das erste Mal unsere Reise nach Griechenland starten, dann kam Corona dazwischen und unsere Pläne für unsere Elternzeit und unseren Roadtrip änderten sich ungeplant. Nun stehen wir also im Hafen von Ancona und warten in der Schlange mit vielen anderen Autos und Wohnmobilen, hübsch und bunt aufgereiht wie eine Perlenkette.

Die Blicke folgen dem Einweiser, der nach einer Logik, die sich uns noch nicht erschließt, einige Autos auf die Fähre lässt, uns aber nur zwischen zwei Spuren hin und her wechseln lässt. Den Check in haben wir schon rechtzeitig gemacht, dann in Ancona noch eine Kleinigkeit gegeben und waren dann rechtzeitig eine Stunde vor Abfahrt am Gate D16. Die Abfahrt 16:30 ist schon längst überschritten, wir bewegen uns kaum vom Fleck, Gott sei Dank kühlt uns die Klimaanlage, draußen zwischen den ganzen Autos auf dem grauen Beton wäre es nicht so angenehm zu warten.

Die Mädels checken schließlich bei den Passagieren ein und beziehen schon mal unsere Kabine auf Deck 8. Zwei Hochbetten, ein großes blaues Bullauge, ein kleines Badezimmer, ein kleiner Tisch und zwei Hocker. Zweckmäßig, aber reicht aus. 

Ich warte draußen weiter und langsam  lässt sich eine Strategie erkennen. Es gibt ja zwei Zielhäfen: Igoumenitsa und Patras. Außerdem werden die Fahrzeuge nach Höhen sortiert, warum aber der VW Bus vor mir mit gleichen Zielhafen eine halbe Stunde vor mir aufs Boot darf und ich nicht, erschließt sich mir immer noch nicht. Als einer der Leuten darf ich schließlich aus Schiff. Dort geht es echt eng zu. Auf zwei LKW Spuren teilen sich drei PKWs die Plätze. Vorsichtig geht’s mit unseren neuen Auto die Rampe hoch.

auf der Rampe

Der Belgier im Kastenwagen rechts neben mir ist so unzufrieden mit seiner Spur und seinen zugewiesenen Parkplatz, dass er eine Diskussion anfängt und damit gute zehn Matrosen auf sich zieht. Anfahrt verzögert eich weiter. Die Diskussion wird echt hitzig und beinahe bricht eine Schlägerei los, wird aber noch eingefangen vom Obermatrosen, der ein Machtwort sagt und der Belgier sich widerwillig ergibt. Nun darf ich mich direkt neben ihm stellen, vielleicht nur 5 cm entfernt. Oh je, solange ich nicht wegfahre kommt der nie in sein Auto zurück.

Der Wagen ist abgestellt, auf geht’s an Deck, die Mädels haben Plätze organisiert und mit zweieinhalb Stunden Verspätung laufen wir aus, ein Bier in der Hand und den Sonnenuntergang beobachtend. Der Urlaub beginnt.

Sundowner

Die Nacht war ruhig, der Seegang kaum spürbar und die griechische Küste kommt in Sicht. Das Frühstück ist eher mau, wir haben noch was leckeres dabei und gegen Mittag ertönt dann das Signal, dass wir uns bitte in die Garage begeben sollen. 

Mit Filia1 gehts unter Deck. Tja und was soll ich sagen wir suchen bestimmt zehn bis fünfzehn Minuten unser Auto. Umdie 700 Fahrzeuge passen wohl aufs Schiff, da wird es uns nicht so einfach gemacht. Auf den Decks sind die Autos so eng geparkt, dass wir nicht auf die richtige Seite kommen. Entweder sind die Autos so eng einander oder die LKWs versperren uns den Weg. Nehmen wir die Treppe und wollen aus der Tür treten, steht da wieder ein Lastwagen an dem wir uns beim besten Willen nicht vorbeischlängeln können. Verschiedene Wege unter Deck schlagen fehl, nach mehreren Versuchen sind wir am Ziel. 

Hinter uns sind schon viele weggefahren. Der hitzige Belgier wartet tatsächlich geduldig auf uns, um in sein Auto zu kommen. Die einzigen, die uns blöd von der Seite anmachen ist ein altes Schweizer Ehepaar. Nun gut. Wir quetschen uns also ins Auto und rückwärts geht’s aus dem Schiffbauch, vor uns der Ausweiser, der mich dirigiert, damit ich keine Stützsäule bzw parkenden Fahrzeuge umfahre.

Puhhh das war dann doch ein wenig anstrengend, so unter Zeitdruck das Auto zu finden und auszuschiffen. Wir haben jedenfalls nicht dazu beigetragen, dass die Verspätung zum zweiten Zielhafen geringer wurde.

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