Ich bin dann mal weg, Mexiko, Nordamerika
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Mayan Beach Garden

Wir verlassen den touristischen Bereich der Costa Maya und fahren weiter Richtung Süden. Schon kurz nach Tulum scheint der Tourismus zum Erliegen gekommen zu sein, leere Straßen, ab und an mal kleine Mini-Dörfer, die sich durch zahlreiche Bremsschnellen ankündigen und an jedem Huckel wartet jemand mit aufgeschnittenen Früchten oder Drinks. Links und rechts nur grüne Vegetation und keine Tankstelle weit und breit, zumindest sehen wir keine auf den nächsten 150km. Waren die Zapfsäulen vorher zahlreich hintereinander, schaffen wir es so grade auf dem letzten Tropfen zur nächsten ohne stehenzubleiben.

Wir erreichen Mahahual, den neuen Shooting Star am mexikanischen Strandranking. Das kleine Dorf mit schönem Strand und vorgelagerten Riff ist paradiesisch gelegen, hat kaum Wellen, ideal also für Principessa, hat eine nette Promenade mit kleinen Shops, ideal für Amore und kleine Beach Bars, ideal für Papa.

Fast täglich wird dieser Ort aber auch von den großen Kreuzfahrtgesellschaften angefahren, egal ob Carnival, Aida und Co, dann wird der kleine Ort gestürmt, der Strand überfüllt und auf der Promenade allerhand Krempel angeboten.

Wir machen hier nur kurz Pause, eigentlich ist unser Ziel 30km im Norden gelegen und damit der im nirgendwo liegende Mayan Beach Garden. Die Amerikanerin Marcia und Ihr Mann haben sich vor vielen Jahren hier niedergelassen und ihren Traum von einem Bed & Breakfast am Meer verwirklicht. Natürlich alles voll ökologisch, SolarPower pur, Palmen und bunte Pflanzen am Strand und man gönnt sich Internet per Fernfunk. Die Zimmer ohne Klimaanlage, aber dafür mit vielen Fenstern und Moskitonetzen, um die frische Brise des Ozeans aufzunehmen. Idylle pur.

Marcias Idee ist, alle zusammenzubringen, abends wird gemeinsam gegessen und die Auswahl aus vier Gerichten, vegetarisch, Hühnchen, Fisch oder Schrimp ist saulecker. So sitzen wir also am ersten Abend zu neunt am Tisch, wir drei, Carlo aus Italien, ein nette Familie (4) aus Ohio und Marcia. Wir plaudern über die Welt. Einfach nett. Wie eine Familie, die sich nach Jahren – sich viel zu erzählen – am Abendessen wieder trifft.

Nachts leuchtet der Sternenhimmel atemberaubend, hier ist ja auch nirgendwo eine Lichtquelle, Plankton im Wasser leuchtet kurz auf und verschwindet wieder, das Rauschen des Meeres lässt uns beruhigend einschlafen, morgens werden wir aufgeweckt vom dumpfen Fallen einer Kokosnuss und kleinen Vögeln, die in den reichbestückten Kokospalmen nisten. Wir genießen ein herrliches Frühstück, Amore liebt die selbstgemachte Marmelade und stellt mit Erschrecken fest, dass es sich um Ananas, Zitronensaft und Chili handelt. Ananas und Amore könnten also doch noch Freunde werden. Wir verbringen den Tag am menschenleeren Strand, also menschenleer, weil nur wir da sind. Herrlich. Gut, dass wir in einen eigenen Sonnenschirm investiert haben. Manchmal könnte man meinen wir wären gestrandet wie Robinson Crusoe.

Dieser ursprüngliche Ort im nirgendwo zieht anscheinend die Amis an, die in gehobenen Positionen z.B. CTO Whirlpool mit ihren Familien oder Partnern Urlaub machen. Zu Thanksgiving lädt Marcia herzlich zum Dinner ein, sie steht dafür schon seit Tagen in der Küche. Nachmittags um fünf wird die Schlacht eröffnet und wir werden nicht enttäuscht, Truthähne in US und Mex Version und zahlreiche andere Gerichte werden gereicht. Yummy! Ein buntes Treiben von Amis, Mexikanern, Italienern, Deutschen und Neuseeländern. Wir haben viel Spaß und Principessa freut sich über die neue große Familie, sie begrüßt jeden mit hai. Mein erstes Thanksgiving.

Viel zu schnell geht die Zeit vorbei, Amore erkundete noch die Unterwasserwelt mit den Amis und schon sagen wir Good Bye.

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