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Mit dem Beach Buggy nach Paracudo

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Nach dem Kiten und Relaxen am Strand von Cumbuco starten wir ein neues Abenteuer. Wir haben einen Beach Buggy gemietet und wollen uns damit an der langen Sandküste bis nach Paracudo durchschlagen, sind zwar nur 45km, aber die Tour wird spannend werden.

Pünktlich um 7.30 wird uns der Buggy von Raimundo gebracht, wir dürfen zwischen zweien wählen, nach der ersten Probefahrt ist klar der Ferrarirote soll es sein, der andere ließ sich von mir trotz mehrerer Versuche nicht starten. Wir verstauen unsere Rucksäcke, holen beim ATM noch ein wenig Geld, laden unsere Handykarte auf und kaufen noch zwei Croissants als Frühstück.

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Von der geteerten Strasse, die Cumbuco gen Nordwesten verlässt, biegen wir ab zum Strand. Im pulvrigeren Sand lässt es sich gleich schwerer fahren, sobald wir aber den festen Sand erreicht haben, gleiten wir dahin. Es ist Ebbe und daher gut zu fahren. Immer einer Buggy-Spur folgendend fahren wir laut knatternd gesäumt von Palmen zur linken und dem Atlantik zur rechten dem Wind nach. Nach ca. 3km stockt der Motor plötzlich und lässt sich nicht mehr starten. Oh je. Trotz mehrerer Anlassversuche streikt die Kiste weiterhin. Viele Möglichkeiten haben wir nicht, ich tippe mal auf fehlendes Benzin und Gott sei Dank haben wir 1,5 Liter Notfall Benzin in einer Colaflasche dabei, die wir entsprechend entleeren.

Neustart. Oh Wunder die Karre springt an. Wir entschließen uns umzukehren und erstmal richtig aufzutanken. Der Buggy hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, die Tankanzeige zeigt wohl immer voll an, der Blinker ist im Arsch, die Hupe fehlt, die Lenkung hat ein wenig Spiel und der Fahrersitz lässt sich nicht ganz nach hinten schieben. Aber bei Tempo 20 km/h am Strand sollte es eigentlich passen. Weiterlesen

Brasilianische Traumhochzeit

Wir sind auf dem Rückweg unserer abendlichen Joggingrunde, die uns immer erst dem Wind entgegen nach Osten gen Fortaleza führt bevor wir mit ordentlich Rückenwind den Heimweg antreten, als wir am Strand eine brasilianische Hochzeit miterleben. Die Gäste warten alle schon gespannt im Stehen, die Band spielt Somewhere over the Rainbow in der Israel Kawakawiwo’ole Version, der Wind bringt die ein oder andere Frisur durcheinander und alle Augen suchen die Braut. Die Sonne geht hinter der Düne unter, die Wellen brechen rauschen am Strand, schöne Stimmung, Ideal wäre jetzt nun der Auftritt der Braut.

Am Horizont kann man dann ungefähr was erahnen. Laut knattern lässt sie sich dem Trauungsort entgegen transportieren. Eigentlich fast zu laut für eine Strandhochzeit. Sie hat sich nämlich den Luxus gegönnt mit dem Hubschrauber anzureisen. Elegant ohne Zweifel, vor allem sieht der weiße schlanke Hubschrauber auch richtig edel aus. Damit auch jeder die Ankunft mitbekommt dreht der Pilot eine Runde über den Gästen und setzt dann am Strand sanft zur Landung an, der grüne Grassteppich wird ausgerollt und Fotografen und Videofilmer stürzen sich auf die Braut, um diesen Moment einzufangen.

Die Gäste halten ihre ohnehin schon gezückten Smartphones noch einen Stück höher und begleiten mit den Augen die Braut auf dem Weg zum Strandaltar. Die Band spielt ein brasilianisches Liebeslied und der Bräutigam nimmt seine hübsche Braut in Empfang. Wir ziehen uns nach dem Auftritt langsam zurück, lassen die Beiden heiraten, wir wären eh nicht passend gekleidet gewesen und joggen weiter. Das zwar kurze aber imposante Feuerwerk verpassen wir abends leider, da wir nach dem leckeren Essen schon wieder bei uns im Apartment auf der Terrasse liegen. Auch nicht schlimm, wir haben ja uns.

Kiten und Reiten in Cumbuco

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Von Salvador nehmen wir das Flugzeug nach Fortaleza und nach knapp 2h erreichen wir die Hauptstadt des Bundesstaates Ceará. Brasiliens Nordosten ist mit einer 573 km langen Küste ausgestattet, traumhaften Stränden, tropischem Klima, viel Sonne und einem stetigen Wind vom Meer. Ideal also um hier einen Stop zum Kite-Surfen zu machen.

Über das Internet haben wir bei Kiteline schon den Airport-Pickup sowie ein Apartment (Casa Mihika) organisiert. Wir werden nicht enttäuscht, das Apartment ist riesig incl. Couchzone draußen und drinnen, Hängematten und ein Riesen Garten mit einem Rasen, der als Teppich durchgehen könnte und vom Hausmeister Caseiro Douglas täglich liebevoll gewässert wird. Die Küche und Grillarea werden wir wohl nicht nutzen, schade. Aber 70 Reals (27€) sind ein Super Preis.

Zurück zum Kiten. Während Amore sich am Strand einen Pavillion in der Beach-Lounge und bei sanfter Chillmusik und Meeresauschen ein Sonnenbad nimmt, starte ich mit Nagy meine Kite-Stunden. Einiges hab ich schon vergessen, anderes geht ganz gut. Das Bodydraggen im Atlantik passt, allerdings sind die Wellen mir irgendwann zu hoch und ich kämpfe mit Salzwasser in Nase, Augen und Mund. Am nächsten Tag geht’s in der Lagune weiter. Zwar weniger Platz, aber ich kann das Aufstehen verbessern, das klappt schon ganz gut, Übung macht den Meister. Auf dem Atlantik drehe ich dann meine Runden. Solange ich unterwegs bin stören die Wellen nicht, sobald ich aber mein Board verliere, wird es schwierig dieses bei all den Wellentälern und -Berge zu orten, hab ich es dann angepeilt, muss ich durch geschicktes Bodydraggen meinen Weg dorthin suchen. Da ist der ein oder andere Salzwasserschluck inclusive. Habe mir fest vorgenommen im Sommer mehr Wake-Boarding zu machen, um das zu trainieren.

Amore genießt bei meinen Wasserausflügen mit dem Kite den perfekten Service von Romario von SunsetBeachClub, der ihr die Wünsche von den Lippen abliest, eine Guarana, eine Kokosnuss, die Kokosnuss aufschneiden, ein Misto Quente Sandwich, ein Wasser usw. Romario ist immer lächelnd zur Stelle, da kann einem gar nicht langweilig werden mir beim Kiten zu zuschauen.

Unser Ort Cumbuco ist das Kite-Mekka, sonst ist auch nicht viel Besonderes zu sehen. Eine Handvoll Restaurants und ein paar Shops das war’s schon. Wir genießen den geringen Trubel bei frischem Fisch, Scampis pro Kilo und Langusten. Neben dem abendlichen Joggen (mehr dazu im nächsten Bericht) machen wir auch einen Ausflug am Strand zu Pferde und Amore macht sich richtig auf dem Rücken des Pferdes, als ob sie das immer schon gemacht hätte.

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Morro de Sao Paolo

Viele Ziele in Brasilien kenne ich wohl besser als 90% der Brasilianer, das soll nicht überheblich klingen, aber resultiert aus der Situation, dass das Land so groß ist, dass die Einwohner die langen zeitintensiven Strecken nicht auf sich nehmen oder weil schlichtweg das Geld dazu fehlt. Man investiert lieber in das Haus, Essen, die Gesundheit (siehe meine Diplomarbeit) oder die Ausbildung der Kinder als in Urlaub. Macht natürlich auch Sinn. Wenn Urlaub, dann ist es meist ein Highlight und wird nicht so schnell wiederholt. Ich hatte zudem die Möglichkeit als Student mit viel Zeit zu niedrigen Kosten das Land intensiv innerhalb eines Jahres kennenzulernen.

Schlagen Amore und ich heute den Reiseführer auf, sind die meisten touristischen Highlights schon abgehakt (was nicht heißt sie nicht wieder zu besuchen, siehe mein vierter Besuch in Foz so Iguassu), aber es gibt sie noch die Ausnahmen. Wir entscheiden uns dafür:

Diese ist eine Insel und heißt Morro die Sao Paolo. Von Salvador nehmen wir den Katamaran und setzen in 2,5 Stunden über. Seegang ist ordentlich und um uns rum wird gekotzt. Das hatten wir ja schon (siehe Salvador) und bleiben erstaunlicherweise standhaft. Endlich kommt wieder Land in Sicht und der Farrol (Leuchtturm) thront vor uns.

Kaum haben wir am Steg festgemacht, bieten sich einige Träger an, wir verzichten gerne, da wir abgeholt werden. Mit der Schubkarre steht Paolo am Anleger und hält ein Schild mit Pousada Colibri hoch. Here we are. Auf der Insel gibt es keine Autos und wir sind froh, dass er und seine Schubkarre da sind. Es geht ordentlich bergauf, teilweise auf gepflasterten teilweise auf sandigen Wegen. Es ist bedeckt, aber sehr schwül und wir sind noch ein wenig schwach die Backpacks selber zu tragen. Ganz oben auf dem Hügel thronend ist das Paradies, die Pousada Colibri. 1,5ha Platz, viele schöne Pflanzen und nur zehn Bungalows sind das Reich von Marga und Helmut. Während unten im Dorf eine Pousada neben der nächsten steht und es eng besiedelt ist, ist hier reichlich Platz.

Wir werden herzlich empfangen und genießen zwei schöne Tage hier. Die Insel und das Dorf haben ein tollen Charme, natürlich, intim, einfach toll. Die vielen Strände laden zum Relaxen ein. Gerne wären wir länger geblieben, aber wir müssen am Donnerstag wieder am Flughafen Salvador sein. Unsere Idee uns dorthin mit einer kleinen Maschine ausfliegen zu lassen und dadurch einen Tag länger zu bleiben sowie die schwere See zu umgehen, klappt nicht, es finden sich nicht genügend Personen für die Warteliste. So nehmen wir doch den Katamaran zurück. Dieser fährt diesmal aber aufgrund des starken Windes nur einen Teil der Strecke, dann Umstieg in den Bus und ganz zum Schluss setzen wir mit einem Kutter nach Salvador über. Dauert zwar eine Stunde länger, aber zumindest die Kot*orgie ist uns erspart geblieben.

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Über Banken, Essen, Sport und die Entwicklung

Als ich vor sieben Jahren noch in Brasilien lebte, war vieles anders. Ging man in eine Bank, musste man sich meist an Uniformierten mit Maschinenpistolen den Weg bahnen. Heute sind die Banken mit mindestens 20 Automaten ausgestattet und Cash, Überweisungen und Einzahlungen werden nur noch darüber gemacht. Nach wie vor mag die Bank Bradesco keine Europäer (trotz fettem Visa und Maestrocard Zeichen) und HSBC rückt am meisten Kohle (1.000Reals) auf einmal raus. Gleich in den ersten Tagen sperrt mir Barclays meine Kreditkarte wegen angeblichen Betrugsversuch und die Hotline ist nicht aus Brasilien zu erreichen, meine lieben Kollegen aus Deutschland konnten helfen. Außerdem hab ich bei den ganzen Pins meiner Bankkarten irgendwas durcheinander bekommen und meine Visakarte reagierte allergisch auf meine Eingabeversuche, beim dritten und letztem Versuch hat dann alles funktioniert.

Der Wohlstand ist mittlerweile angekommen. Wenn ich mich an Rio oder Brasilien zurückerinnere, fallen mir dir hübschen Mädels und durchtrainierten Jungs ein, heute sind wirklich viele einfach dick. Wer reich ist, zeigt das auch gerne mit entsprechendem Rettungsring. Vieles ist auch teuer geworden, vor allem in Rio. Teilweise ist es hier teurer als in Europa. Kostete damals eine Kokosnuss zum Trinken noch 1 Real sind es heute in Rio 4-5 Reals. Der Caipi Preis lag früher abends auf der Copacabana bei fünf heute bei zwölf Reals. Tja damals waren die Wiesen noch saftiger und gruener. 😉

Nach zwei Rodizios haben wir uns auch ein Fitnessprogramm verschrieben, so joggen wir morgens um sieben Uhr an der Copacabana am Wasser unsere Runde, im leichten Nebeldunst, denn das Wetter hat sich gedreht. Da schmeckt das Frühstück gleich viel besser!

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Salvador da Bahia

Zurueck in Salvador de Bahia, das letzte Mal war ich vor sieben Jahren hier, damals eine Woche Karneval, was für eine Fiesta. Damals sind José und ich hektisch abgereist, wir hatten verschlafen und ich noch nicht mal gepackt und wir schafften es grad mal so zum Flughafen. Irgendwie hatte ich das Gefühl der Flughafen läge mehr in der Stadt, sind aber doch 30km davor. Statt dem Taxifahrer, der uns 110 Reals (45€) abnehmen will, die Fahrt zu überlassen, nehmen wir den Bus für 2,60 Reals und lassen uns entlang der Küste bis zum Praça da Sé kutschieren. Heut ist Sonntag und viele kommen vom Strand und der Bus wird immer voller.

Das letzte Stück nehmen wir ein Taxi und geraten gerade in eine Polizeirazzia. Die Policia Militar, mit schussicheren Westen und Maschinenpistolen bewaffnet, stürmt grad einen Hinterhof, auf der Strasse wird ein Mädchen an der blutenden Wade versorgt. Tolle Begruessung. See what you booked! Amore ist schockiert. Im Hostel Nega Maluca haben wir ein Zimmer reserviert, aber Zimmer Verde ist vielleicht 6qm groß und nicht der Hammer. Wurde im Netz und Lonely Planet anders angeboten.

Wir bleiben trotzdem, Amore hat sich einen Magen Darm Effekt eingefangen mit dem vollen Programm und will eigentlich nur pennen. Daher kriegen wir vorerst gar nicht soviel von der Stadt mit, schade sind wir doch im Zentrum des Pelorinhous stationiert. Abends starten wir doch noch zu einer Entdeckungsreise. Sonntags stept der Bär, die Brasilianer versammeln sich am Largo Terreiro de Jesus singen und trommeln die ganze Nacht.

Die Nacht ist kurz, unsere Magen rumoren und morgens kommt der Arzt, der uns mit neuen Medikamenten versorgt. Statt wie geplant auf die nahe Insel zu fahren, verlängern wir und lassen uns gesunden. Gustavo vom Hostel und viele Gäste kümmern sich rührend um uns.

Als wir drei Tage später wieder in Salvador ankommen, diesmal in der schoenen Galeria 13 absteigen, sind wir wieder auf den Beinen und fit die Strassen vom Weltkulturerbe Pelourinho zu erkunden, zwei Livekonzerte zu besuchen und uns artig vom Polizeiaufgebot an jeder Ecke schützen zu lassen. Man fühlt sich ja schon sehr sicher, aber in München sammer das net so gewohnt.

Disclaimer: sind wieder gesund, war nix schlimmes und es besteht kein Grund sich Sorgen zu machen!

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Wir leben und lesen

Kurzes Lebenszeichen, uns geht’s gut. Sind auf Morro de Sao Paolo und genießen Sonne, Strand und Meer. Das vierte Buch ist heute durchgelesen worden und definitiv eine Empfehlung wert: Tschick von Wolfgang Herrndorf – schade dass es nach 256 Seiten schon zu Ende war…

Hätten wir das mal im Deutsch Unterricht gelesen

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Zu Fuss nach Paraguay

Das Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay bietet sich natürlich für einen kurzen Ausflug ideal an. In Argentinien besuchen wir die Wasserfälle, Paraguay hat nicht wirklich viel zu bieten. Das Binnenland preist seinen Staudamm Itaipu an, der uns aber nicht so reizt, hat ansonsten noch die Ciudad del Este im Programm. Eine schmuddelige, häufig nach Urin stinkende, dynamische und arme Stadt, die mit zollfreien Einkauf wirbt. Meist sind es aber billige Fakes, die uns nicht vom Hocker hauen.

Spaßiger war unsere An- und Abreise, über die von Menschen, Autos und Lastern volle Freundschaftsbrücke Ponte da Amizade überqueren wir den Fluss Parana und sind schon im Land der Paraguayer. War vorher in Foz noch alles brasilianisch akkurat und sauber, präsentiert sich die Nachbarstadt nicht von ihrer besten Seite. Aber nun gut, hier wollen wir eh keinen Urlaub machen und kehren bald zu Fuß nach Brasilien zurück.

Las Cataratas di Iguassu

Das vierte Mal besuche ich nun die Wasserfaelle von Iguassu, bin also ein treuer Unterstuetzer des Nationalparks. Aber mal ehrlich die Cataratas sind aber auch eine Reise Wert. Wie gehabt am ersten Tag zum warm werden die brasilianische Seite mit dem Ueberblick und am zweiten Tag dann eintauchen auf der argentinischen Seite.

Insgesamt bestehen die Wasserfaelle aus 275 einzelnen Fällen, die in Zeiten der Flut zu einer einzigen großen Wasserfront verschmelzen können. Es gibt 19 große Fälle, von denen sich nur drei auf der brasilianischen Seite befinden. Der Höhenunterschied beträgt ganze 72 m. Aber abhängig vom Wasserstand schwankt die Zahl der Fälle zwischen 150 und 275 und ihre Höhe zwischen 40 und 90m.
Vor über 150 Millionen Jahren entstanden die Falls als Folge einer Serie von Vulkanausbrüchen. Aber laut einer Legende sollen sie folgendermaßen entstanden sein: Der Indianer-Krieger Taroba vom Stamm der Guarani-Indios raubte das junge und bildschöne Mädchen Naipi, die von ihrem Vater dem Urwaldgott M’BOY geopfert werden sollte. Auf seiner Flucht im Kanu auf dem Fluss erzürnte sich M’BOY und ließ den Fluss tief hinabstürzen, so dass Taroba und die Frau über den Abhang stürzten und mit ihrem Leben bezahlten. So wurden die Wasserfälle von Iguaçu geboren.
Entdeckt wurden die Fälle ca. fünfzig Jahre nach Columbus durch den Spanier Alvar Nucez Cabeza de la Vaca, der sie als „Los Saltos de Santa Maria“ benannte, jedoch konnte sich dieser Name nicht durchgesetzen und der Originalname Iguaçu aus der indianischen Guarani-Sprache wurde beibehalten. Im November 1986 wurde schließlich auf der UNESCO-Generalversammlung der Nationalpark Iguaçu zum Naturerbe der Menschheit erklärt.

Völlig begeistert verlassen wir am Mittwoch die Falls, mit dem Ziel morgen die andere Seite zu inspizieren. Donnerstag, gegen 7:50 Uhr verlassen wir frühzeitig das Hotel und fahren auf die argentinische Seite.

Wir entscheiden uns unser heutiges Tagesprogramm ein wenig actionreicher zu gestalten und buchen das Great Adventure Programm.

Ehrlicherweise blieb heute morgen keine Zeit zu duschen, das holen wir jetzt nach. Mit einem Powerboot geht es über den Iguaçu zu den Falls, vorbei an vielen kleinen Falls, erreichen wir die großen Wasserfälle und kommen in den Rachen der Teufelsschlucht. Unseren Rucksack haben wir schon regensicher gemacht, da wir bereits im Vorfeld vor den Wassermassen gewarnt wurden. Doch wir werden nicht verschont werden. Innerhalb kürzester Zeit werden wir von Kopf bis Fuß komplett durchnässt. Die Wassermassen und die aufschäumende Gischt geben uns keine andere Möglichkeit als sich mit dem Wasser hautnah vertraut zu machen. Amores neue Regenjacke besteht den Wassertest übrigens hervorragend.

Unvorstellbar wie die tosenden Fluten und die aufpeitschende Gischt einem die Sicht nehmen. Feinste Tropfen prasseln auf die Augenlider ein, der Himmel ist kaum erkennbar. Völlig ergriffen von diesem Specktakel bleibt einem der Freudenschrei im Halse stecken.

Überwältigt, aber auch von oben bis unten durchnässt, verlassen wir freudig strahlend das Boot. Klar ein wenig Wehmut ist schon dabei, schließlich war die Fahrt auch atemberaubend und kann kaum in Worte gefasst werden.

Es folgt eine Tour im Park im Lower Circuit und Upper Circuit, dann fahren wir mit einer kleinen Eisenbahn nahe an die Fälle. Über einen 1100 Meter langen Weg kommen wir direkt an die Stelle, wo die Wassermassen zum ersten Mal in die Tiefe stürzen – der sog. Teufelsschlund. Ein atemberaubendes Rauschen und der Blick auf so gewaltige Wassermassen betören die Sinne. Hat sich wieder Mal sehr gelohnt…

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