{"id":1498,"date":"2005-06-05T19:37:07","date_gmt":"2005-06-05T17:37:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xgo.de\/blog\/?p=1498"},"modified":"2015-12-06T19:48:18","modified_gmt":"2015-12-06T17:48:18","slug":"asuncion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xgo.de\/blog\/?p=1498","title":{"rendered":"Asunci\u00f3n"},"content":{"rendered":"<p>Ganze sieben Stunden habe ich Zeit die Hauptstadt Paraguays zu besuchen, reicht das aus um einen Eindruck der gr\u00f6\u00dften Stadt (ca. 500.000 Einwohner) des Landes zu bekommen? Vamos ver!<\/p>\n<p>Um 10.35 Uhr hebt das Flugzeug der TAM Mercosul ab von Curitiba nach Asunci&oacute;n. Was ich nicht wei\u00df, da\u00df wir einen Zwischenstopp in Foz do Igua&ccedil;u einlegen werden. Also das dritte Mal hier. Aber auf der anderen Seite toll, ich sehe nochmal die Cataratas, das Wasserkraftwerk Itaipu und hab nen perfekten Blick von oben auf Foz do Igua&ccedil;u, die Cidade del Este und die stark frequentierte Br\u00fccke zwischen Brasilien und Paraguay. <\/p>\n<p>Insgesamt sind wir auch nur 15 Minuten am Boden, bevor es weitergeht.Kurz vor zw\u00f6lf landen wir dann in der Hauptstadt Paraguays. Asunci&oacute;n liegt gegen\u00fcber der M\u00fcndung des R&iacute;o Pilcomayo in den R&iacute;o Paraguay an der Grenze zu Argentinien auf einer wellenf\u00f6rmigen Uferterrasse und wurde am 15. August 1537 gegr\u00fcndet. Asunci&oacute;n z\u00e4hlt zu einer der \u00e4ltesten St\u00e4dte S\u00fcdamerikas und hat ihren Namen von Nuestra Se?ora Santa Mar&iacute;a de la Asunci&oacute;n (Unsere Heilige Frau Maria der Himmelfahrt). <\/p>\n<p>Die Stadt stand lange Zeit unter spanischer Kolonialherrschaft, wurde sogar w\u00e4hrend des Krieges der dreifachen Allianz (1865-1870) von Brasilien besetzt. Erstmal wird ein wenig Geld gewechselt, f\u00fcr einen Real bekomme ich 1920 Guaran&iacute;. F\u00fcr 2.000 Guaran&iacute; nehme ich den Bus 30 ins Zentrum, einiges billiger als ein Taxi. Das Wetter ist grandios, \u00fcber 35 Grad zeigt bei knallblauem Himmel das Thermometer an. Der Klapperbus k\u00e4mpft sich langsam Richtung Zentrum vorw\u00e4rts. Auf den ersten Blick bemerkt man, da\u00df die Stadt sehr gr\u00fcn ist und&nbsp;viele B\u00e4ume und&nbsp;viele Gr\u00fcnfl\u00e4chen hat. <\/p>\n<p>Die Stadt ist vor allem bekannt f\u00fcr ihre landestypische Kolonialarchitektur und vereint Stile verschiedener Epochen. Anfang des 19.Jh. wurde Asunci&oacute;n jedoch von Diktator Francia, der hinter jedem Haus und in jedem Garten eine Verschw\u00f6rung vermutete, v\u00f6llig umgestaltet und mit einem \u00fcberschaubaren, schachbrettartigen Stra\u00dfennetz versehen. Daher lassen sich heute nur einige Geb\u00e4ude aus der Kolonialzeit finden, daf\u00fcr geh\u00f6rt Asunci&oacute;n heute zu den St\u00e4dten mit einem modern angelegten, rechtwinkligen Stra\u00dfennetz.W\u00e4hrend der Fahrt steigt ein vendedores ambulantes ein, seines Berufs Stra\u00dfenverk\u00e4ufer. Ein Typ mit gro\u00dfer Brille, leichtem Bart und einer schlaksigen Figur, der glatt probiert Taschenrechner von Sharp im Bundle mit einer herzlichen Kaugummiautomatuhr zu verkaufen indem er wild hektisch sein Produkt w\u00e4hrend der Fahrt vorstellt. Und er ist tats\u00e4chlich mehrmals erfolgreich, ich bin erstaunt.<\/p>\n<p>Dann erlebe ich mal wieder die typische s\u00fcdamerikanische Kultur. Der Bus will an der Kreuzung abbiegen. Allerdings sieht es so aus, da\u00df es zu eng werden k\u00f6nnte und der Busfahrer den parkenden Pickup streifen k\u00f6nnte. Hektisches Hupen und zehn Sekunden sp\u00e4ter dann der Selbstversuch. Geht nat\u00fcrlich schief und wir hinterlassen eine Riesenschramme am Pickup. Es wird zur\u00fcckgesetzt und wieder wild gehupt, weitere zehn Sekunden sp\u00e4ter erscheint der Pickupfahrer und beide Unfallbeteiligten setzen laut hupend ihre Fahrt fort. <\/p>\n<p>Mag gar nicht dran denken, wie es in Deutschland ausgegangen w\u00e4re(Polizei, Versicherung, etc.) Los geht die Altstadttour direkt im Zentrum am Plaza de los H&eacute;roes. Ein sch\u00f6ner Platz mit einem kuppelgekr\u00f6nten Geb\u00e4ude (Pante&oacute;n de los H&eacute;roes). Auf der &quot;Palma&quot; gehts nach Nordwesten, vorbei an Strassenh\u00e4ndlern und einigen Geldwechslern. <\/p>\n<p>In der 14 de Mayo steht die Casa Indepencia, hier wurde die Unabh\u00e4ngigkeit am 14.\/15. Mai 1811 verk\u00fcndet. Am Plaza Independencia, einem lang gezogenen, b\u00e4umereichen Platz vor dem Ufer des R&iacute;o Paraguay, liegen die Hauptpost, die Kathedrale, der Congreso National und der Regierungspalast Casa de Gobierno. Die Stadt strahlt eine wahnsinnige Schl\u00e4frigkeit aus, die einem anregt sofort sich auf einer Bank im Park niederzulassen und eine Siesta zu halten. Man hat nicht das Gef\u00fchl in einer Hauptstadt zu sein, kein L\u00e4rm, alles ist friedlich. Direkt auf dem Platz l\u00e4uft ein herrenloses Pferd herum, einfach unglaublich. Ich gehe von Plaza Independencia nach links zum Regierungsgeb\u00e4ude der Legislative, ungef\u00e4hr 50m gegen\u00fcber befinden sich die <span style=\"font-style: italic;\">vivientas temporarias<\/span>, wie die Elendsviertel in Paraguay genannt werden. Sie liegen hier direkt im \u00dcberschwemmungsgebiet des R&iacute;o Paraguay. Ein krasser Gegensatz, auf der einen Seite der blitzblank geputzte Marmorbau und direkt gegen\u00fcber die Armenviertel. <\/p>\n<p>Es ist mittlerweile so warm, da\u00df die Polizisten die am weissen Pr\u00e4sidentenpalast Wache schieben, sich in den Schatten des Fahnenmastes stellen und mit der Sonne wandern, um Abk\u00fchlung zu bekommen. Ich setze meinen Weg \u00fcber die Calle Col&oacute;n fort, hier sollen wochentags alle H\u00e4ndler ihre Waren anbieten, heute ist hier gar nichts los. Zu Mittag g\u00f6nne ich mir in der Lidobar ein Mittagessen, der Preis ist zwar ok, qualitativ k\u00f6nnen die Nudeln mit H\u00fchnchenfleisch nicht \u00fcberzeugen(23.000 G.). <\/p>\n<p>Auf dem dritten grossen Platz von Asunci&oacute;n dem Plaza Uruguaya ist auch nix besonderes los, die meisten liegen faul und relaxend im Schatten der B\u00e4ume. Leider sind ja alle Gesch\u00e4fte zu, auch ein Besuch des Riesenmarktes Mercado IV f\u00e4llt leider flach, dort soll man alles bekommen, original oder Fake-Klamotten, technische Ger\u00e4te oder Tiere. Ich mache also das, was alle Paraguayer machen, entweder Siesta machen, Fussball Brasilien-Paraguay gucken oder den botanischen Garten zu besuchen. Ich entscheide mich f\u00fcr den botanischen Garten.<\/p>\n<p>Da ich im Reisef\u00fchrer gelesen habe, da\u00df das beste Bier in Paraguay Munich oder Bremen hei\u00dft, probiere ich das noch irgendwie aufzutreiben. Das Bier Munich ist schnell gefunden und gekauft, beim Bremen-Bier tue ich mich schwerer, es erscheint schwierig das Bier zu finden, jeder kennt es, aber keiner wei\u00df, wo ich es erwerben kann. Das Thema wird erstmal verschoben, erstmal besuche ich den botanischen Garten. <\/p>\n<p>Der Parkeintritt kostet 1000 G., ein Schn\u00e4ppchen. Zuerst besuche ich das Naturmuseum, klein, nett, ein wenig bauf\u00e4llig. Alle W\u00e4rter sind besch\u00e4ftigt dem Spiel im Radio zu lauschen, noch null-null. Im botanischen Garten dann nix gross mit Botanik, eher Fauna ist angesagt, Elefanten, Nilpferden und L\u00f6wen in viel zu kleinen K\u00e4figen werden ausgestellt. Viele Familien sind unterwegs, viele liegen im Schatten der B\u00e4ume, trinken ihren Matetee und relaxen. H\u00e4ndler versuchen ihre Ketten, Getr\u00e4nke und Speisen an den Mann zu bringen. Alles in allem eine nette Atmosph\u00e4re. <\/p>\n<p>F\u00fcr weitere 1.500 G. kann man sich den advanced Zoo angucken. Viele Papageien, Pfaue, Quatis, Jaguare, Pumas, etc. sind zu sehen. Aber auch hier zu kleine K\u00e4fige wie ich meine. Au\u00dferdem sind die Tiere rallig wie nie. Kaum 1,50m entfernt von mir vollzieht ein L\u00f6we den Geschlechtsakt, poppende Schildkr\u00f6ten oder schwule Bergziegenb\u00f6cke, die es zu dritt miteinander treiben. Schon kurios. <\/p>\n<p>Bevor es zur\u00fcck zum Aeropuerto geht, mach ich bei der Bushaltestelle noch einen Abstecher in eine Bar. Vor einem Minifernseher haben die Paraguayer M\u00e4nner sich versammelt und schauen in der Sonne das Spiel. Kaum hab ich Platz genommen, werd ich schon auf eine Rotwein-Orangensaft-Bowle eingeladen und sofort zum &quot;Amigo&quot; erkl\u00e4rt. Das Gespr\u00e4ch gestaltet sich allerdings schwierig. Sie sprechen Guaran&iacute;, neben Spanisch die offizielle zweite Landessprache. Es ist aber eine Sprache, die ich nicht ansatzweise verstehe. Meine Versuche mit Papier und Stift weiterzukommen schlagen auch fehl, da sie wohl Analphabeten sind. Aber egal, sp\u00e4testens als ich die Namen&nbsp;Roque Santa Cruz und Nelson Valdez fallen lassen, sind wir uns alle&nbsp;einig, wir sind Amigos. <\/p>\n<p>Zur\u00fcck gehts mit dem Bus 44 ins Zentrum, von dort mit dem Taxi zum Flughafen. Mein Taxista h\u00e4lt extra noch zweimal, damit ich das Bier Bremen kaufen kann, aber wir kriegen dann im Biershop raus, da\u00df es das Bier&nbsp;seit zwei Jahren nicht&nbsp;mehr gibt. Ich konnte aber ein Bild&nbsp;von nem Kronkorken finden. <img src=\u201e\/blog\/images\/stories\/reisen_py\/bremen_bier.jpg\" name=\"view_imagelist\" \/><\/p>\n<p>P\u00fcnktlich angekommen beim Flughafen, zwanzig nach sechs bin ich da, 18.30 Uhr sollte Boarding sein. Mit meiner in Curitiba ausgestellten Boardingkarte will ich boarden, soll aber noch sch\u00f6n ne Flughafengeb\u00fchr abdr\u00fccken. Da ich definitiv wei\u00df, da\u00df ich diese schon beim Kauf bezahlt habe, probier ich denen klar zu machen, da\u00df ich nicht zahlen mu\u00df. Schon schwierig, wenn die Leute nicht portugiesisch oder englisch sprechen und ich so wenig spanisch. Rettung in der Not, pl\u00f6tzlich kommt eine TAM-Mitarbeiterin vorbei, der ich alles erkl\u00e4re und die mich nach einer bestimmten schriftlichen Best\u00e4tigung fragt, die ich mir h\u00e4tte ausstellen lassen m\u00fcssen. Hatte mir aber keiner gesagt, auch nicht die TAM-Trulla, die ich gefragt hatte, ob ich den Flughafen verlassen kann. <\/p>\n<p>Jedenfalls war die TAM-Maus sehr hilfsbereit und hat mich durch alle Kontrollen geschleust und ich kam grad noch rechtzeitig, um einen kleinen Drink in der Wartezone der TAM-Lounge abzugreifen und mich mit N\u00fcsschen zu versorgen, um dann als letzter zu boarden. Fazit: Hat man sieben Stunden in Asunci&oacute;n sollte man die nutzen, die reichen locker aus. H\u00e4tten die Gesch\u00e4fte offen gehabt, w\u00e4re es ein idealer Stopp zum Shoppen gewesen. Ich wei\u00df allerdings nicht, was man noch alles in der Stadt h\u00e4tte machen sollen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganze sieben Stunden habe ich Zeit die Hauptstadt Paraguays zu besuchen, reicht das aus um einen Eindruck der gr\u00f6\u00dften Stadt (ca. 500.000 Einwohner) des Landes zu bekommen? Vamos ver! Um 10.35 Uhr hebt das Flugzeug der TAM Mercosul ab von Curitiba nach Asunci&oacute;n. Was ich nicht wei\u00df, da\u00df wir einen Zwischenstopp in Foz do Igua&ccedil;u einlegen werden. Also das dritte Mal hier. Aber auf der anderen Seite toll, ich sehe nochmal die Cataratas, das Wasserkraftwerk Itaipu und hab nen perfekten Blick von oben auf Foz do Igua&ccedil;u, die Cidade del Este und die stark frequentierte Br\u00fccke zwischen Brasilien und Paraguay. Insgesamt sind wir auch nur 15 Minuten am Boden, bevor es weitergeht.Kurz vor zw\u00f6lf landen wir dann in der Hauptstadt Paraguays. Asunci&oacute;n liegt gegen\u00fcber der M\u00fcndung des R&iacute;o Pilcomayo in den R&iacute;o Paraguay an der Grenze zu Argentinien auf einer wellenf\u00f6rmigen Uferterrasse und wurde am 15. August 1537 gegr\u00fcndet. 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