{"id":1467,"date":"2003-09-11T16:03:05","date_gmt":"2003-09-11T14:03:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xgo.de\/blog\/?p=1467"},"modified":"2015-12-05T16:16:30","modified_gmt":"2015-12-05T14:16:30","slug":"richtung-malaysia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xgo.de\/blog\/?p=1467","title":{"rendered":"Richtung Malaysia"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fch morgens, nat\u00fcrlich nicht ohne das halbwegs gute Fr\u00fchst\u00fccksbuffet vom YMCA mitzunehmen verlasse ich das Hostel und mache mich auf den Weg zum Busbahnhof. Eigentlich sollte die Fahrt 3 Stunden dauern, aber alleine die Fahrt von Singapur bis \u00fcber die Grenze dauerte ganze 1.45 Stunden, warum? Weil die Asiaten das mit den Ausweisen hier sehr, sehr genau nehmen. Egal, ob man einreist oder ausreist, alles wird penibelst \u00fcberwacht. Man muss st\u00e4ndig Visumantr\u00e4ge ausf\u00fcllen, wo die alles genauestens wissen wollen&#8230; Auch wird immer artig die Temperatur per Ferndiagnose gemessen. <!--more--><\/p>\n<p>Auf der Singapurer Seite gibt es ca. 30 Counter, wovon einer f\u00fcr alle Foreigners ist und die restlichen sind f\u00fcr Leute aus Singapore und Malaysia&#8230; aber an allen Countern muss man min. 10 Minuten warten, nur bei den Ausl\u00e4ndern 20-30 min. Auf malaysischer Seite gibt es dann zwar weniger Counter, aber alle sind gleichberechtigt. Naja, insgesamt hat der Trip dann doch 5.45 Stunden gedauert. Passt schon. Der Busfahrer und die Fahrg\u00e4ste waren jedenfalls sehr nett. <\/p>\n<p>Cool sind hier auch die Rastst\u00e4tten, man f\u00e4hrt fast mit dem Bus in die Rastst\u00e4tte, holt sich BamiGoreng oder sowas(wird \u00fcbrigens frisch auf offener Flamme f\u00fcr einen zubereitet), futtert das an einem der tausend Tische, w\u00e4hrend nebendran ein H\u00e4ndler lautstark seine CDs anpreist, und verl\u00e4sst die Rastst\u00e4tte wieder&#8230; Unglaubliche Stimmung, schwer zu beschreiben.<\/p>\n<p>In Melakka, der Wiege von Malaysia, werden mir dann gleich mehrere Hostels angeboten. Das ausgew\u00e4hlte Traveller Lodge bietet mir ein Zimmer mit Hochbett ohne Klimaanlage f\u00fcr 18 Ringgit, was ca. 4.50 Euro sind, super ok. Alles sauber und ok. Die offerierte hei\u00dfe Dusche braucht man bei diesen Temperaturen \u00fcberhaupt, da freut man sich \u00fcber jedes k\u00fchl Nass. <\/p>\n<p>Nach der erfrischenden Dusche, h\u00e4lt vielleicht 4-5 Minuten an, laufen einem schon wieder kleine Schwei\u00dfperlen den R\u00fccken runter&#8230; Naja, who cares. Ein kleines Problem f\u00fcr mich stellt hier allerdings die Trocknung der gewaschenen T-Shirts dar. Bei 70-90% Luftfeuchtigkeit kriegt man die in noch nicht mal 2-3 Tagen trocken. Ich habe allerdings dank Maltes (feines Geschenk) genialer W\u00e4scheleine was gebastelt: eine Fan-Trocknung. Durch Luftzirkulation trocknen Dinge ja einfacher&#8230; <\/p>\n<p>Melaka oder Malacca (ca. 100.000 Einwohner) ist die Wiege von Malaysia. Es wurde 1396 von einem Hinduprinzen gegr\u00fcndet. Der Name kommt vom sog. Melaka-Baum, unter dem er gelegen hat. In Melaka, an der Stra\u00dfe von Melaka (bedeutend f\u00fcr die Schifffahrt), entwickelte sich super schnell der Handel und der Reichtum lockte die Europ\u00e4er auf den Plan. Zuerst besetzten die Portugiesen, dann die Hollaender und zum Schluss die Engl\u00e4nder die Stadt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann hier der Staat Malaysia mit dem sog. &#92;&quot;Merdeka Malacca&#92;&quot;, Freiheit Malaysia ausgerufen. Die Stadt hat super viele unterschiedliche Einfl\u00fcsse, vor allem die europ\u00e4ischen sind nicht zu \u00fcbersehen, aber auch chinesische, indonesische und indische pr\u00e4gen das heutige Stadtbild. <\/p>\n<p>Die Stadt ist echt wundersch\u00f6n. Abends schaue ich mir noch die Sound &amp; Light Show an, die die Geschichte von Malaysia und Melaka darstellt, sie ist zwar nicht schlecht, aber eigentlich mehr Touristennepp. Am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fchst\u00fccke ich zuerst mit zwei super netten Holl\u00e4ndern und wir tauschen gegenseitig ein paar Tipps aus, sie wollen nach Singapur, ich nach Kuala Lumpur. Jeweils von der schon besuchten Stadt tauschen wir Infos aus. Gegen Mittag fahre ich zum Busterminal, ausnahmsweise g\u00f6nne ich mir mal ein Taxi (auch wenn es nur 2.50 Euro sind), aber man muss die Kriegskasse ja nicht unn\u00f6tig belasten\u2026<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich ca. 1h auf den Bus nach Kuala Lumpur warte, komme ich mit Rohana, also called Ana, ins Gespr\u00e4ch, \u00fcbrigens genauso alt wie ich. Sie ist geb\u00fcrtig aus Sabah, welches ein Bundesstaat von Ost-Malaysia ist, und Muslimin. W\u00e4hrend der 2 1\/2 langen Busfahrt haben wir uns echt super nett unterhalten. War wirklich klasse jemanden in meinem Alter aus dem Land kennenzulernen, die ebenso openminded ist&#8230; <\/p>\n<p>Das erste was einem in Kuala Lumpur (bedeutet an der schlammigen Flussm\u00fcndung, weil hier zwei Fl\u00fcsse ineinanderflie\u00dfen) auff\u00e4llt, ist der Verkehrsstau. Ich hatte zwar schon mal gelesen, dass die Stadt nicht gerade die beste Infrastruktur hat, aber hier kommt wirklich alles zum Erliegen. Da bitten die \u00dcberland-Busfahrer einen doch bitte mitten auf dem Highway auszusteigen, weil nix mehr geht. Naja, who cares. Ana und ich trennen uns und ich suche mir ein Hostel. Gleich in der N\u00e4he ist das Katari, ein nettes Hotel, wo ich, obwohl ich es nicht gebucht habe, gleich ein Zweibettzimmer bekomme, wo ich alleine wohnen darf. Ich werde allerdings am n\u00e4chsten Tag das Hostel wechseln und 3 H\u00e4users weiterziehen, weil mir das zu teuer ist und im anderen Hostel mehr Traveller sind.<\/p>\n<p>Nach einem kleinen Mittagsschl\u00e4fchen, st\u00fcrz ich mich in die laute (hier hupt jeder wenn er kann), dreckige, luftverschmutzte Stadt. Ich habe mir vorgenommen nach Chinatown zu gehen und dort den Nachtmarkt anzuschauen. Echt unglaublich. Tausende H\u00e4ndler bieten Ihre Waren feilsch und das zu unglaublichen Preisen. Jeder will hier was verkaufen und probiert Aufmerksamkeit zu gewinnen. Einmal in den F\u00e4ngen von den H\u00e4ndlern, entkommt man Ihnen nur selten. &#92;&quot;Ohhhhh, come on, I make you a better price&#92;&quot;, &#92;&quot;Ok, I make it cheaper for you my friend&#92;&quot;, &#92;&quot;Ok, say what you can pay, if I make profit, you get it&#92;&quot;&#8230;. Jaaaaaa, das ist meine Welt. Ich liebe es hier alles zu verhandeln&#8230; Traumhaft, meine beste Strategie: &#92;&quot;I come back later, I have to thing about it, I don&#92;&#39;t really need it&#92;&quot;&#8230; Meine kleine Ausbeute nach diesem Abend: 2 DVDs(Filme kommen erst noch ins dt. Kino), eine Copy-Watch von TagHeuer, schweinegeiles Imitat und ein neues Original-Nokia-Cover(die billig Teile taugen nix), was ich von 75 \u00fcber 50 \u00fcber 30,28,25,22,20,19,18,17 und letztendlich 16 Ringgit erwerben konnte. Zusammen mit einem P\u00e4rchen aus North-Wales esse in einem Hawker ein superleckers Essen und g\u00f6nn mir ausnahmsweise ein Heinecken (11 Ringgit fuer 0,66 L.), aber egal.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen staune ich wieder einmal mehr ueber die Fr\u00fchst\u00fccksgewohnheiten hier. Da ich Breakfast included hatte und es ausnahmsweise mal nicht verpasst habe, st\u00fcrze ich mich auf das Buffet. Aber das einzig mir lecker erscheinende Fr\u00fchst\u00fcck, ist Toast with Butter and Jam. Es gibt zwar Ruehrei oder sowas aenhliches, aber das ist auch nicht der Hammer. Was es allerdings immer gibt, ist so eine Reissuppe mit Zwiebeln, die eigentlich ganz gut schmeckt, wenn man am Morgen was herzhaftes essen will, tja und Fried Rice und Noodles&#8230; Nun ja, ich glaub ich nehm jetzt nur noch without Breakfast und hol mir dann an irgendeiner Ecke was Gescheites&#8230;<\/p>\n<p>Im Hostel hole ich mir noch eine Map und probiere aus dem Verkehrsystem schlau zu werden. Es gibt irgendwie eine U-Bahn, mehrere S-Bahnen und eine Monorail, aber irgendwie macht das alles keinen Sinn. Zum Beispiel f\u00e4hrt die Monorail immer nur von 10-15 Uhr, echt komisch. Infrastrukturm\u00e4ssig haben die es hier nicht drauf, dabei ist die Stadt noch nicht mal 150 Jahre alt (founded 1857). Entstanden ist die Stadt durch die viele Zinnvorkommen hier, die auch heute noch zum weltweiten Export beitragen.<\/p>\n<p>Naja, jedenfalls wollte ich heute als erstes zum KLCC (Kuala Lumpur City Center), wo die ber\u00fchmten Petronas-Twin-Towers stehen. Tickets f\u00fcr die Besichtigung der SkyBridge, die die beiden Tower verbindet, sind ein rares Gut hier. Normallerweise berichten Traveler muss man sich um 8.30 Uhr anstellen, um ein Tagesticket zu bekommen. Ich bin allerdings erst gegen Mittag vor Ort und auf mehreren Schildern steht gro\u00df und fett <\/p>\n<blockquote><p>No more tickets avaiable<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich frag freundlich am Helpdesk, wie man am Besten ein Ticket bekommt, bzw. ab wann man sp\u00e4testens da sein muss&#8230; und siehe da, meine Nachfrage wurde freundlich belohnt, ich habe ein Free-Ticket bekommen, dass ich ab 13:15 Uhr in die H\u00f6he darf. Leider kann man nicht bis in den 88. Stock, sondern eben nur auf die Skybridge, die im 41. Stock, auf 170 Meter liegt (Die T\u00fcrme sind \u00fcbrigens 452 Meter hoch und noch die gr\u00f6\u00dften der Welt, in Taipeh wird aber flei\u00dfig gebaut).<\/p>\n<p>Mit 1 Sekunde pro Stockwerk schraubt sich der Lift in die H\u00f6he, oben auf der Bridge hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, aber grad als ich diese genie\u00dfen wollte, regnet es, egal. Ich wollte immer hier gewesen sein und freue mich, dass ich das endlich geschafft habe.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch von vielen Sehensw\u00fcrdigkeiten (National Museum, Merdekka Square mit 100 m hohem Flaggenmast von Malaysia, dem ber\u00fchmten Bahnhof, KLCC, dem Erholungspark mitten vor den Twins) und vielen Walks durch die Stadt goenne ich mir abends einen Besuch im Kino. Es l\u00e4uft SWAT, ein Hollywood-Streifen, der echt voll cool ist&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fch morgens, nat\u00fcrlich nicht ohne das halbwegs gute Fr\u00fchst\u00fccksbuffet vom YMCA mitzunehmen verlasse ich das Hostel und mache mich auf den Weg zum Busbahnhof. Eigentlich sollte die Fahrt 3 Stunden dauern, aber alleine die Fahrt von Singapur bis \u00fcber die Grenze dauerte ganze 1.45 Stunden, warum? Weil die Asiaten das mit den Ausweisen hier sehr, sehr genau nehmen. Egal, ob man einreist oder ausreist, alles wird penibelst \u00fcberwacht. 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