Afrika, Kenia
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Lamu

Der Lamu-Archipel liegt im Indischen Ozean an der Nordküste Kenias und besteht aus 5 Inseln, die 3 wichtigsten sind Lamu, Pate und Manda. Wir bleiben die nächsten Tage auf Lamu, einer flachen, etwa 10 × 6 km große Sandinsel mit Mangrovenbuchten und einigen Stränden.

Der wichtigste Ort des Archipels Lamu Town ist sogar Teil des UNESCO-Welterbes. Die Stadt besteht aus vielen engen Gassen und ist, wenn man sich nicht auskennt ein riesiges Labyrinth. Auf Lamu sind Autos verboten. Die beiden Ausnahmen bilden das Fahrzeug des District Commissioners und ein Krankenwagen, aber die Autos können eh kaum fahren, weil die Gassen zu eng sind. Der Transport von Waren und Personen wird daher mit Booten abgewickelt oder aber mit den dreitausend Eseln, die unter anderem das Inselbild prägen. Was dem einen sein Golf oder Mofa ist, ist dem anderen sein Esel. Die Tiere sind überall und laufen frei wie kleine Taxis durch die Gegend.

Die Nähe zu Somalia brachte Lamu 2011 in schlechte Schlagzeilen, 3 Touristen wurden auf der nördlich, aber kaum besuchten Insel Kiwayu von somalischen Piraten und Banditen gekidnappt und leider tragisch verstarben. Die internationale Gemeinschaft und auch Kenia patrouilliert nun verstärkter die Küsten, sodass es aktuell ruhig ist.

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Zurück zur Insel, diese ist von einigen kulturellen Einflüssen geprägt: Swahili, die Lamu mit ihrer Sprache und ihrer Kunst prägten. Portugiesen, die mit Kriegsschiffen Lamu belagerten und die Insel beherrschten. Deutsch, weil gegen Ende des 19. Jahrhunderte man mal die Fühler für 3 Jahre ausstreckte und eigens ein deutsches Postamt gegründet hatte und britisch, weil diw Deutschen den Briten mit dem Helgoland-Sansibar-Vertrag alles überlassen hatten und schliesslich bon arabischen Händler aus dem Oman, die der Insel nicht nur Waren, sondern auch den Islam brachten. Heute bekennt sich fast die gesamte Inselbevölkerung zum Islam. Es gibt viele Moscheen und der Muezin ruft 5 Mal am Tag, das erste Mal um 5 Uhr morgens.

Als wir hier durch die Gassen wandeln, wird Amore von einer in schwarz gehüllten Dame zugerufen: I like your dress, at the end of your stay, you can give it to me and I can give it to somebody else…. Klar! Sonst sind wir hier sehr herzlich empfangen worden. Die Kleinen auf der Strasse spielenden Kinder rufen uns zu, welcome to Lamu, die älteren Einwohner haben immer ein freundliches Jambo auf den Lippen und man hat sehr, sehr selten das Gefühl das jemand dabei einen geschäftlichen Hintergedanken hat.

Wir wohnen im kleineren Ort Shella, der 30 Minuten vom Lamu Town entfernt liegt. Die Stadt ist weniger hektisch, eine Spur sauberer, aber ebenso ein Labyrinth von Gassen und Eseln. Wir haben uns ein Haus gebucht, unser Fishermen-House erstreckt sich über 3 Etagen, 2 Schlafzimmer und zwei Terrassen mit Blick aufs Wasser. Herrlich, wird aber noch besser die nächsten Tage.
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