Europa, Island
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Myvatn

Auf gehts ins aktive Vulkangebiet, welches hier von eurasischen und amerikanischen Kontinentalplatte durchquert. Ziel ist der See Myvatn mit seinen 50 Inseln, der Name steht gleich für Mücken, ein Ort, wo viele meiner Freunde sich nie hin verirren würden. Dennoch ist das Gebiet hier bekannt für sein Vogelleben, seine Vulkanformationen mit gurgelnden Schlammtöpfen, bizarren Lavawüsten und gähnenden Kraterschlünden.

Ich beziehe Quartier bei Bjarg in Reykjahlid am nordöstlichen Zipfel des Sees. In den zwei Tagen, die ich hier weile, wird die spannende Gegend zu Fuss oder mit dem Mountainbike erkundet. Ziele sind die mit Heisswasser gefüllten Felsspalten, der Krater Hverfell, der vor 2.500 Jahren entstand, das gigantische Lavafeld Dimmuborgir mit seinen vielen Säulen, Torbögen, Höhlen und bizarren Monumentalskulpturen, die dampfenden Geothermalfelder, die schlammigen ebenfalls dampfenden und ocker schimmernden Hänge des Solfatarenfeldes sowie die Pseudokrater mit bis zu 300m Durchmesser. Diese entstanden als sich eingeschlossenes Wasser erhitzte und der Dampf die Lavakruste absprengte.

Leider spielt das Wetter ja nicht so mit, der Nordwind bläst richtig eisig und bei der Kraterbesteigung kommen Mütze und Handschuhe zum Einsatz, gut dass ich die dabei habe. Eine Umrundung des Kraters ist bei dem Wind gar nicht denkbar. Der Wetterbericht spricht von 5 Grad, oh je.

Am nächsten Tag sieht es besser aus, ich leihe mir ein Mountainbike, um die Sightseeings auf der 37km Strecke rund um den See abzufahren. Natürlich fängt es auf halber Strecke stürmisch zu regnen an. Ich bin zwar für das Wetter ausgerüstet, aber im regnerischen Gegenwind zu fahren, macht nicht wirklich Spass. Trotzdem heisst es „Beissen“, beim letzten Mountainbikerennen mit weitaus mehr Höhenmetern, hab ich es ja auch gepackt, oder?

Eigentlich wollte ich noch den Vulkan Krafla besteigen, von dem man eine sensationelle Aussicht auf die dampfende Umgebung haben soll, aber nun gut bei dem Wetter macht das keinen Sinn und für die nächsten Tage ist keine Besserung in Sicht. Dann kann ich ruhigen Gewissens in meine Lagune gehen und im heissen Wasser relaxen.

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