Kiten in Kalpitiya
geschrieben von xgo am 24. Februar 2012 um 22:06Es ist wie nach Hause zu kommen. Dort wo wir vor 2,5 Wochen schon zwei Tage verbracht haben naemlich in der Dolphin Lodge in Kalpitiya zieht es uns zurueck. Wir hatten naemlich Hunger bekommen, Appetit was neues auszuprobieren und zum Abschluss unserer Rundreise haben wir uns einen Kitesurfkurs an diesem feinen Flecken Erde gegoennt. Aber der Reihe nach.
Wir haben Marc, Kitesurflehrer und Hotelinhaber, in Kalpitiya kennengelernt und Nummern ausgetauscht. Der Gedanke einen Kurs zu machen reifte dann im Laufe unserer Reise. Der Kontakt zu Marc stand, die Windvorhersage stimmte nicht fuer Negombo. Also brechen wir wieder nach Kalpitiya auf. Das freundliche Personal vor allem Kingsley & Uncle begruessen uns herzlich als wir ankommen.
Kurz in die Badeklamotten geworfen und schon setzen wir ueber die Lagune zur Sandbank ueber. Erst mal muessen wir Vokabeln lernen. Der Windbereich mit der größten Zugkraft heißt also Powerzone, die Außenkanten des Flugschirms Tips, die Steuerstange Bar, die Notbremse wiederum Quick Release. Die stabile Schlaufe, die den Flugschirm am Trapez hält, dem Oberkörpergurt des Fahrers, heisst Chicken Loop, hat aber nix mit Hühnchen zu tun. Luv und Lee sind uns vom Segeln bekannt, neu hinzu kommt das Windfenster. Das muss man sich vorstellen wie eine halbe Käseglocke vor Dir, wenn Du mit dem Rücken zum Wind steht. Auf 12 Uhr befindet sich dann die Powerzone, wer den Kite dorthin steuert, bekommt am meisten Schub. Die Kunst ist nun, bei Fahrten rechts vom Wind den Schirm zwischen 9 und 12 Uhr zu halten, analog bei Fahrten links vom Wind zwischen 3 und 12 Uhr.
Das ist die Theorie, es folgt die Praxis. Mit dem Uebungsschirm fangen wir an Land an, gar nicht so einfach, kaum oben, schmiert der Schirm wieder ab, das richtige Gefuehl zu kriegen ist gewoehnungsbeduerftig. Wir wechseln auf den groesseren Schirm, haken uns mit dem Chicken Loop im Hook ein, sind also mit dem Kite am Koerper verbunden. Mit dem groesseren Schirm wirds aber nicht einfacher. Immer wieder brauchen wir Starthilfe. “Fahrrad fahren”, ruft Marc, “nicht Auto!”. Man muss die Bar wie einen Fahrradlenker horizontal bewegen, nicht wie ein Autosteuer von oben nach unten.
Nach dem ersten Abend kommen wir hungrig und kaputt in der Lodge an und freuen uns auf das herrliche Abendessen, was der Koch hier zaubert. Es gibt Prawns satt! Marc hat in der Kuehlbox kaltes Bier, die kleinen Wellen schlagen ans Ufer, das Licht flackert und wir muessen frueh ins Bett. Beim Rauschen des Windes und des Meeres schlafen wir schnell ein. Am naechsten Morgen geht’s nach dem Fruehstueck gleich wieder ins Wasser, mit dem Kite voran lassen wir uns durchs Wasser ziehen, noch ohne Board. Einfach das Gefuehl fuer Wind, Wasser und Kite bekommen. Wir koennen hier super stehen in mitten der Lagune, manchmal ein wenig schlickig.
“Links ziehen! Depower!” schreit Marc, “rechts ziehen, Power!”. Noch eine wichtige Vokabel ist Depower, das bedeutet, die Bar von sich zu strecken, dann wird der Kite langsamer. Irgendwie strange. Wenn es schneller gehen soll, zieht man den Kite an. Viel zu schnell kriegt man es aber durcheinander, dann Absturz des Kites, meist die Leinen verdreht und wieder probieren zu starten. Schafft man es aber doch den Kite im Windfester zu zirkulieren, macht es sauspass. Dann hat man auch einen Blick fuer die neben einen aus dem Wasser springenden Fische!
Am dritten Tag dann die Symbiose zwischen Kite & Board. Puhhh, noch schwieriger. Im Wasser liegend das Board anziehen, den Kite am Himmel halten, die Ellbogen auf die Knie, dann der Kite zieht Wind und wir heben aus dem Wasser ab. Geiles Gefuehl. Die ersten Meter, dann versinken wir wieder im Wasser. Ist wie Laufen lernen, man faellt, Gott sei Dank nicht so hart und probiert es wieder. Wir schlagen uns sehr tapfer, haben Spass am Kiten und wollen es weitermachen. Auf dem Rueckweg nach Negombo machen wir Stop in der Jasmin Villa, einmal Fullbody-Massage fuer 14 Euro und alle Verspannungen sind da hin. Jetzt sind wir vorbereitet fuer die Wolken, gleich geht’s zum Flughafen und gen Heimat.
Einmal zurueck auf Los…
geschrieben von xgo am 24. Februar 2012 um 05:06Von Unawatuna starten wir mit dem TukTuk nach Galle (350LKR / 15min) und suchen dort im Gewuehl des Busbahnhofs den Highway-Bus. Eigentlich einfach, ist es der einzige Bus der europaeischen Reisebussen nahe kommt, wohl auch der einzige der klimatisiert ist. Auf dem nagelneuen zweispurigen Maut-Highway von Galle nach Colombo kommen wir zuegig voran, kein Wunder wir sind auch fast die einzigsten Benutzer. Nur 90min brauchen wir fuer die 120km. Fuer hiesige Verhaeltnis eine Bombenzeit und preislich fair (470 LKR = ~3€). Ein Taxi oder gecharterter Van fuer die Strecke nach Negombo haette laenger gebraucht, da ohne Highway (die Fahrer trauen sich 100km/h nicht zu) und ca. 70€ gekostet.
Es ist 12 Uhr, die Sonne steht am Zenit und brennt in unsere Nacken, als wir den kuehlen Bus verlassen und mitten auf dem Busbahnhof stehen. Leider endet die schnelle Verbindung 16km vor Colombo in der Industriestadt Mahagama. Jetzt heisst es improvisieren. Wir wollen ja eigentlich heute nach Negombo und die Wege fuehren nur ueber Colombo. Mit Bussen erscheint uns das alles zu kompliziert, da wir wohl innerhalb der Stadt den Busbahnhof wechseln muessen. Ich organisiere eine Taxinummer, wir rufen an und erklaeren die Situation. Kein Problem, Metered Taxi (also mit Taxameter) kommt in 10min. Von da an, klingelt das Telefon unentwegt. Staendig rufen neue Fahrer an und fragen, wo wir den jetzt stehen. Wir erklaeren unseren Standort & dann stehen ploetzlich zwei Fahrer vor mir. Aber von dem versprochenen Taxi fehlt jede Spur. Stattdessen stehen zwei TukTuks bereit. Das hatten wir anders vereinbart…
Eine lange Diskussion, wer denn nun der Fahrer ist, entbrennt, dabei wollen wir nur ein richtiges Taxi oder nen Van. Die Orga von nem richtigen Taxi, die sind rar gesaeht, stellt sich als zu kompliziert heraus und der eine TukTuk Fahrer gewinnt schliesslich, da er bereit ist einen fixed Preis (65km incl Stops fuer 2.300 LKR) zu machen. Nun gut, also TukTuk.
In Galle waren wir in einem kleinen zwei Tage alten Fabrikoutletstore, wo es alle in Sri Lanka gefertigten Marken, zu super Preisen zu kaufen gab, leider nicht groessentechnisch gut sortiert, daher machen wir im Muttergeschaeft von The Stylist im Cinnamon Lakeside einen kurzen Stop und werden fuendig. Gut geshopped, lassen wir uns durch sticky, stinky Colombo kutschieren & erreichen nach 2h Negombo, wo wir vor knapp 3 Wochen unsere Reise gestartet hatten. Also zurueck auf Los.
In unserer Unterkunft im Hotel “The Pearl”, direkt am Strand gelegen, werden wir schon herzlich von unserem Lehrer begruesst. Wir sind voller Vorfreude auf die naechsten drei Tage Unterricht…
Unawatuna und Galle
geschrieben von xgo am 23. Februar 2012 um 06:06Unawatuna heisst unsere naechste Station, die 2km lange Bucht ist idealer Ausgangspunkt fuer das Nahe Galle (ausgesprochen Gawl). Der Strand ist nicht so schoen wie in den vorherigen Orten, liegt daran, dass der Tsunami viel weggespuelt hatte, viel zu sehen gibt es nicht, mehrere Geschaefte zum Shoppen und das nahe Riff mit ein paar netten Fischen laden zum verweilen ein.
Wir statten Galle einen Besuch ab, natuerlich mit dem Bus. Wir sind mittlerweile richtige Experten geworden und schwimmen mit den Locals mit. Die TukTuk Driver moegen uns deshalb nicht, aber der Preis ist auf kurzen Distanzen unschlagbar. Die Stadt ist eine exotische Mischung aus asiatischer Gegenwart und kolonialeuropaeischer Vergangenheit. Die Altstadt ist gut erhalten und ist von beschuetzenden Fort umgeben, erinnert uns ein wenig Hoi An in Vietnam. Wir wandeln durch die Strassen und umrunden auf den Befestigungsmauern die Stadt. Heute ist Sonntag und alle sind unterwegs, schnell wird ein Cricket Team gebildet oder ein Picknick auf dem Rasen aufgebaut. Ein buntes Treiben.
Mirissa
geschrieben von xgo am 22. Februar 2012 um 04:06Mit dem lokalen Bus starten wir vom Busbahnhof Tangalle Richtung Matara. Die indischen Tata-Busse sehen schon sehr robust aber rustikal aus, richtige Arbeitstiere, Komfort gibt es nicht, nur schmale Holzbaenke und kleine Schiebefenster. Meist rot angestrichen, draussen schwungvoll verziert, drinnen laeuft sri lankische oder indische Popmusik. Ganze 17.000 soll es auf der Insel geben und sie steuern nahezu jedes Dorf an, man muss nur wissen, welcher Bus der Richtige ist. Schlappe 60 Rupien kostet unsere 2h Fahrt, ganze 40 Cent. Das TukTuk haette das 20fache gekostet. Der Bus folgt der Kuestenlinie, stoppt alle paar Minuten und durch die immer offenen Tueren huepfen die Fahrgaeste rein und raus. Die vordersten beiden Sitze sind den Moenchen reserviert und werden auch immer gleich freigemacht. In den Busstationen steigen fliegende Haendler ein und bringen ihre Waren, Nuesse, Obst oder Wasser im schnellen Kauderwelsch singend an den Mann. Blinde Bettler tasten sich durch den engen Gang, ihr Leid klagend. Die kleinen Kinder winken lachend und Hello rufend.
In Matara muessen wir noch mal den Bus wechseln und fahren gen Weligama. Die 50 Plaetze sind schon alle belegt, unsere Rucksaecke am einzigen Ablageplatz sicher verstaut. Aber es steigen immer noch mehr zu, die Gaenge sind voll, sehr voll, der Bus stoppt wieder, aber anstatt diesen zu verlassen, steigen immer mehr Passagiere zu. Amore kann von ihrem Fensterplatz sehen, wie Trauben von Menschen in den Eingaengen heraushaengen. Endlich der Bus faehrt wieder an, solange er unterwegs ist, kommt viel frischer Fahrtwind rein, ansonsten ist es sehr warm. Wir erfreuen uns der Sitzplaetze und beobachten das Treiben.
Langsam leert sich der Bus wieder, der Kontrolleur will uns aber partout kein Ticket verkaufen, laesst den Bus aber direkt vor unserem Giragala Hotel stoppen. Ploetzlich will er fuer die Tickets 100 Rupien fuer beide haben, ohne uns den gueltigen Fahrschein auszuhaendigen. Ich gebe ihm 50, schon 10 Rupien mehr als normal, dafuer muessen wir die Rucksaecke nicht tragen. Aber auch nicht in Ordnung, da das Geld garantiert nicht in die Staatskasse floss.
Nun sind wir also in Mirissa, der Name klingt schon nach Paradies, zwar nicht ganz so urspruenglich wie Tangalle, aber trotzdem eine wunderschoene Bucht mit breitem feinem Sandstrand vom Palmen begrenzt. Wir relaxen in der Haengematte, schwimmen im flachen Wasser und lesen im Sand. Abends sitzen wir am Strand, warten auf den “Red Snapper”(1.200 fuer zwei mit Salad & Chips), der grade frisch zubereitet wird, trinken ein Radler, blicken aufs Meer, was in 5m beginnt, kreisen unsere Fuesse im Sand, Amore laesst ihre Haare in der warmen Luft trocknen, im Hintergrund chillige Musik, der Tisch von einem Windlicht erleuchtet, ueber uns die Sterne den Himmel bedeckend, auf dem Horizont Fischerboote schaukelnd, Rauschen der leichten Brandung, herrliche zwei Tage.
Das Highlight kommt als wir gerade am Strand zurueck Richtung Hotel laufen, aus dem Wasser bewegt sich was schweres, schwarzes muehsam an Land. Ein Hund? So schwerfaellig, nein es ist eine Meeres-Schildkroete, die ihr Heimatrevier verlaesst und am Strand ihre Eier ablegen moechte. Das ausgewachsene Weibchen misst ca. 80-90cm, langsam und schnaufend kommt es den Strand hoch, findet mitten im Sand einen geeigneten Platz und faengt mit den Flossen an ein Loch zu graben, wo sie ca 15 Min spaeter ihre PingPong grossen weissen Eier reinploppen laesst. Ein tolles Schauspiel, was nicht unbemerkt bleibt, eine mittlere Menschenmege beobachten das gepanzerte Tier, zwei Guards der Kuestenwache tauchen mit Gewehr auf, passen auf, dass kein Blitz oder Licht das Tier stoert, leider wird das von den Touris nicht eingehalten, aber trotz Staatsmacht gibt es keine Konsequenzen. Schade. Wir waren jedenfalls zur richtigen Zeit da, als sich die Schildkroete entschied aus dem Meer zu kommen, wenn die Delphine sich schon verstecken, kommen wenigsten die Turtles zu uns.
Tangalle
geschrieben von xgo am 19. Februar 2012 um 06:06Unsere Rundreise mit Besichtigung historischer, kultureller, sehenswerter und spannender Staetten ist zu Ende und wir sind wieder am Strand angekommen. Das heisst auch Abschied nehmen von Akila, der uns eine Woche von oben nach unten durch die Insel chauffierte. In Tangalle haben wir Jule’s Empfehlung angenommen und uns im Ganesh Garden direkt am herrlichen Sandstrand Marakolliya Beach eingebucht. Die Cabanas liegen herrlich verteilt in mitten eines tropischen Gartens mit dichtem Baeumen und Palmen, alles von Sand umgeben. 5.000 Rupien kostet unsere Huette, ohne Fruehstueck wohlgemerkt, das ist schon nicht grad wenig, aber die saubere gepflegte Anlage, die schoenen Liegen und Haengematten am Strand, machen den Preis wieder wett.
Gleich nach der Ankunft geht erstmal ein kraeftiger Monsunregen qnieder, wir fluechten ins Beachrestaurant und essen ein Sandwich mit frischem Thunfisch. Yummy. Auch in der Nacht wuetet der Regen weiter, am Morgen dann strahlt der Himmel und die Strandsession kann beginnen. Hier ist die Kuestenlandschaft noch vergleichsweise menschenleer, der Tourismus startet nur langsam. Der 3km lange Marakolliya Beach vom blauen Meer und Palmen eingesaeumt, ist schon ein wenig das Paradies.
Wir bleiben zwei Naechte im Ganesh Garden, wollen verlaengern, aber leider ist alles ausgebucht. Am Strand entlang wandernd suchen wir uns ein neues Quartier, gar nicht so einfach. Alles ist ausgebucht, im Panorama Rock Cafe bietet uns Ananda dann eine Cabana direkt am Meer an, 2.700 Rupien incl. Fruehstueck soll diese saubere, aber einfache Unterkunft kosten. Zwar gibt es hier nicht so einen schoenen Garten oder Haengematten, dafuer sind wir naeher am Wasser und alles ist ein wenig rustikaler, aber nicht weniger schoen.
Wobei eine Huette am Wasser vielleicht nicht immer so ideal ist. Im Dezember 2004 wurde die Region besonders stark vom Tsunami getroffen, wahrscheinlich weil der Meeresboden stellenweise sehr steil abfaellt, was man schon an den Stroemungen im wadentiefen Wasser bemerkt. Der Besitzer Ananda erlebte damals den Tsunami hautnah mit und ueberlebte. Dramatisch berichtet er von der ersten langsam kommenden Welle, die ihn weit in die nahe Lagune spuelte, waehrend einige seiner Gaeste die zweite und dritte Welle nicht ueberlebten. Unser Blick geht hier schon seit der Ankunft immer ehrfürchtig aufs Meer, es steht unter Beobachtung: geht es zurueck, gibt es hohe Wellen?
Abends sitzen wir bei leckeren Jumbo Prawns und Garlic Potatoes zusammen mit der taffen Rentnerin Marilyn aus Canada und diskutieren ueber das Reisen und ihre interessante Freiwilligenarbeit in der Welt, waehrend um uns herum mal wieder die Welt untergeht, der Monsun ist zurueck, literweise faellt der Regen, es donnert kraefitg und die Blitze geben kurzzeitig den Blick aufs Meer frei.
Yala Nationalpark
geschrieben von xgo am 17. Februar 2012 um 07:06Frueher stehen wir aber in diesen Urlaub nicht mehr auf. In Europa schlaegt es gerade Mitternacht, bei uns 4:30 Uhr. Kurzer Kaffee und Tee, Lunchpaket entgegengenommen und schon sitzen wir auf einem Jeep und steuern den 39km von Tissa entfernten Yala Nationalpark entgegen. Wir hatten uns entschieden die wilden Tiere von Sri Lanka frühmorgens zu beobachten. Langsam bricht die Daemmerung ein, wir verlassen die geteerten Strassen, biegen auf einen huckeligen Lehmweg ein, folgen diesen und ploetzlich stoppt unser Jeep, vor uns steht ein noch nicht ausgewachsener Elefant und versperrt den Weg. Den Jungbullen treffen wir weit (ca. 15km) vor dem Eingang des Nationalparks, seine Art von mal allein zu sein. Motor und Licht aus und sachte ranrollen lassen, Dreimal die Lichthupe betaetigt und er verschwindet langsam, aber sich nicht beschwerend im Unterholz.
Um Punkt 6, die ersten Brote haben wir schon gierig verschlungen, starten wir vom Haupteingang in den Nationalpark. Zwischenzeitlich ist Charlika an Bord gekommen und wird als unser Tracker die Tiere und Ihre Faehrten deuten. Zuerst treffen wir Bueffel an, die alle ein Bad nehmen und ihre Koepfe gradso ueber Wasser halten, dann Krokodile, viele farbenpraechtige Pfaue, den Nationalvogel Sri Lankas, der aber eher ausschaut wie ein Gockel, immer auf der Suche nach den Leoparden. Wir treffen Adler, Eulen, viele kleine Voegel, Stoerche, Warane, Leguane, Wild- und Stachelschweine, Bambi und Familie, aber die Raubkatzen bleiben versteckt. Dann steht ein grosser ausgewachsener Dickhaeuter vor uns und gerade in dem Moment faengt es heftigst an zu schiffen. Ein kraeftiger Regen, der uns trotz des Jeep-Daches durchweicht, prasselt auf uns nieder.
Wir suchen weiter, der Regen laesst nach, halten zwischenzeitlich am Strand, duerfen aussteigen und sehen die Verwuestungen, die der Tsunami hier 2004 anrichtete und viele Menschen, aber keine Tiere in den Tod riss. Ein Denkmal mit vier stilisierten Wellen, erinnert an die 47 Toten, die beim Picknick von den rund 6m hohen Wellen ueberrascht wurden. Beaengstigend.
Weiter geht’s, zurueck in die dichte Vegetation und ploetzlich steht eine Elefantenfamilie vor uns beim Fruehstuecken. Ganze acht Dickhaeuter koennen wir zaehlen und zwei Babies sind auch dabei. Wir sind die einzigen weit und breit, es faengt wieder an zu regnen und wir geniessen den ruhigen Moment, das Prasseln auf den Blaettern, das schmatzen der Elefanten und das Zupfgeraeusch, wenn der Ruessel einen Busch Pflanzen abreisst.
Nach 15min trifft ein weiterer Jeep ein und wir sagen Adieu und setzen die Safari vor. Der Regen wird wieder heftiger und die Tiere verstecken sich im Unterholz. Die Leoparden kriegen wir dadurch nicht zu Gesicht, wir wuerden unser schoenes Fell auch nicht nass werden lassen und freuen uns bei der Ankunft in Tissa auf trockene Klamotten.
(Kostenpunkt fuer Fahrer, Tracker, eigener Jeep, Eintritt, sportliche 100 USD.)
Ella
geschrieben von xgo am 16. Februar 2012 um 07:06Eine Zugfahrt durch Sri Lanka soll besonders schoen sein, also haben wir uns schon in Kandy zwei Plaetze fuer den Observation Wagon reserviert und gekauft. Aber erst mal warten wir am Bahnhof von Nanu Oya auf den Zug, mit einer Stunde Verspaetung tuckert dieser dann gemaechlich im Bahnhof ein. Die Dampfloks wurden mittlerweile durch Dieselloks ausgetauscht, die sieben Waggons scheinen aber immer noch aus den Pionierjahren zu sein, ein wenig rostig, mit schwerem Holz vertaefelt. Langsam verlassen wir den Bahnhof, vorbei an kleinen Huetten geht’s es mitten durch die Teeplantagen. Je steiler es wird, um so mehr aechzt der Zug die Bahntrasse hoch.
Unsere Reservierung ist goldwert, unsere Plaetze sind von einer hollaendischen Reisegruppe belegt, die sehr erstaunt ist, dass man reservieren kann und die nur schweren Herzen den Platz raeumen. Die Plaetze sind auch grandios, der Observation Saloon ist traditionell der letzte Wagen und hat grosse Scheiben und schliesst mit einer grossen Scheibenfront ab. Ideal zum Betrachten der Landschaft. Hier oben im Hochland ist die Eisenbahnstrecke der beste Weg ohne Serpentinenstrassen von A nach B zu kommen. Daher ist die Strecke auch gut frenquentiert. Sobald der Zug die wartenden Menschen passiert hat, springen sie zurueck ins Gleisbett und wandern ihrem Ziel entgegen. Die Strecke fuehrt entlang der Teeplantagen, durch dichte Kiefernwaelder, entlang einiger Gemueseplantagen, dichtem Dschungel und zahlreichen Tunneln. Immer wieder gibt es tolle Aussichten aufs Hochland und die zahlreichen Berge. Nach ueber 2,5h erreichen wir Ella, welches auf 1.000m Hoehe inmitten einer traumhaft schoenen Berglandschaft liegt. Die Stadt Das Dorf ist ueberschaubar, hat aber seinen Charme. Entlang der Hauptstrasse liegen ein paar Pensionen und nette Cafes. Wir steigen im Sky Green Resort ab, ueber der Stadt mit Blick auf die Berge und geniessen auf unserer Terrasse einen Sundowner beim Rauschen des naheliegenden Wasserfalls & der Grillen.
Am naechsten Morgen starten wir nach dem Fruehstueck zur Wanderung auf den Little Adam’s Peak. Da wir es nicht auf den heiligen, von allen Religionen verehrten Berg Adam’s Peak geschafft haben, besuchen wir zumindest den “Kleinen”, nahe Ella. Der Aufstieg ist nicht schwer und man hat einen tollen Ausblick ueber die Umgebung. Von Jule empfohlen wurde uns “The Curd Shop”, wo wir an der einzigen groesseren Strassenkreuzung dieses Dorfes, einen leckeren Joghurt mit Fruechten und Honig sowie eine Kanne Tee zu uns nehmen bevor wir uns auf den Weg nach Tissa machen.
Hortons Plains
geschrieben von xgo am 15. Februar 2012 um 06:06Der Wecker klingelt, es ist richtig kalt im Zimmer und der Blick aufs Handy sagt 4.55 Uhr. Frueh? Ja, aber wir wollen was erleben, also geht’s auch frueh los. Fuenf Minuten spaeter kloppt es an der Tuer, uns werden frisch gebruehter Tee und zwei Lunch Pakete gereicht. Herrlich, der Tee ist genau richtig. Akila wartet schon auf uns und durch die Dunkelheit fahren wir Richtung Nationalpark Hortons Plains. Langsam beginnt die Daemmerung und als wir um 6.28 Uhr die ersten sind, die den Nationalpark betreten, lugt am Horizont schon langsam die Sonne hervor. Im Zwiebelprinzip haben wir alles ueberneinander gezogen, zwei T-Shirts, ein Pulli und eine Softshelljacke. Knapp ueber null Grad sind es als wir die Wanderung starten. Das hohe Gras ist voll mit Rauhreif und wir vergraben die Haende tief in den Taschen. Wir wollen heute eine weitere Seite der Insel erkunden, die Horton Plains. Hohes Gras, zerzauste Baeume und die leicht huegelige Hochebene charakterisieren dieses Naturreservat. Viele Tiere sehen wir aber nicht, ein grosser Sambarhirsch steht vor uns, flieht aber sogleich ins Unterholz, eine kleine Katzenart aehnlich wie der Luchs und zahlreiche Voegel.
Ueber eine offene Ebene fuehrt der Weg schliesslich durch einen Nebelwald und wir erreichen erst Mini Worlds End und schliesslich Worlds End, wo das Plateau 870m schraeg abfaellt und einen atemberaubenden Blick ueber die Berge bis hin zur Kueste freigibt. In Europa waere hier ein Zaun oder zumindest ein Warnschild. Hier fehlt beides. Mit genuegend Respekt lassen wir unseren Blick in die Tiefe fallen. Sehr beeindruckend. Wir sind die ersten, geniessen die aufgehende Sonne und die durch Grillen und Vogelgezwitscher gepraegte Ruhe bis 30min spaeter die ersten Wandergruppen uns stoeren.
Auf dem Rueckweg machen wir Stop bei den Bakers Falls, ueber mehrere Ebenen sucht sich das weisse Wasser auf dem schwarzen Gestein seinen Weg. Der groesste Fluss der Insel und zwei weitere grosse entspringen in den Horton Plains. Nach genau vier Stunden sind wir nach einem huegeligen Rueckweg wieder zurueck und lassen uns nach kurzem Stop bei einer Milchfarm bei Kaffee und Bueffeljoghurt Curd zum Bahnhof Nanu Oya bringen.
Nuwara Eliya
geschrieben von xgo am 14. Februar 2012 um 15:06Durch die laermende City von Kandy kaempfen wir uns am fruehen Morgen und freuen uns als wir die drittgroesste Stadt hinter uns haben. Auf dem Programm steht die Reise ins Hochland, Kilometer fuer Kilometer veraendert sich die Landschaft und bald ersetzen Tee, Kiefern und schliesslich auch Gemueseplantagen die Reisfelder und die Palmen. Es wird auch deutlich kuehler auf dem Weg zur hoechstgelegenen Stadt der Insel Nuwara Eliya (1.800m). Zahlreiche Teeplantagen ueberziehen wie gruene Teppiche die Huegel, wirklich sehr gruen und schoen anzusehen. Die Briten haben hier einst die Teepflanze eingefuehrt und kultiviert als die Kaffeepflanzen durch zahlreiche Insekten nicht mehr produktiv wuchs.
Auf dem Weg nach Nuwara Eliya stoppen wir bei den Ramboda Falls und besichtigen dann die auf 1.500m hochgelegene Labookellie Tea Estate Factory von Mackwoods, welche 1841 gegruendet wurde. Rund um uns nur Teeplantagen, das inspiriert, also geniessen wir erst mal eine Kanne des frischgebruehten Warmgetraenks, natuerlich mit Milch, essen einen Schokokuchen und lassen unsere Augen ueber die gruenen Huegel wandern. Schliesslich wird uns der Herstellungsprozess erklaert und wir besichtigen die Teefabrik.
Wir erreichen die “Stadt des Lichts” wie man Nuwara Eliya auch uebersetzen kann, eine von den Briten aufgebaute und gepraegte Stadt, einst galt sie als Sanatorium fuer die Kolonialisten, um vor der sri lankischen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit zu fliehen. Dafuer wurden auch gleich die entsprechenden Annehmlichkeiteb wie eine Pferderennbahn, ein Golfplatz inmitten der Stadt oder das Grand Hotek gebaut. Unsere FlipFlops, kurzen Hosen & T-Shirts muessen nun bald Pulli und langer Hose weichen. Sobald man aus der Sonne ist, wirds frisch.
Normallerweise soll das Wetter auch “very british” sein, wir haben Glueck, die Sonne strahlt. Sobald die aber weg ist, fallen die Temperaturen sehr schnell. Gott sei Dank hat unser grosszuegiges Zimmer im ueber 100 Jahre altes Hotel namens Grosvenor einen eigenen Kamin, den man sich fuer 500 Rupien extra anzuenden lassen kann. Eine Kanne Tee dazu und wir waermen uns am Feuer in Liegesesseln von innen und aussen. Die Flammen flackern und das Feuer knistert und knackt. Welch Kontrast, gestern lief uns noch der Schweiss von der Stirn & heute freuen wir uns ueber jede Waermequelle.
